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25. November 2011

Manroland meldet Insolvenz an

Die Firma Manroland, weltweit drittgrößter Druckmaschinenhersteller, hat beim Amtsgericht in Augsburg Insolvenzantrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit  angemeldet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Werner Schneider bestimmt. Bis vor wenigen Tagen hatte der Mehrheitseigentümer Allianz Capital Partners (ACP), ein Tochterunternehmen der Allianz AG, auf einen neuen Investor gehofft. Nach Shanghai Electric und der ihr gehörenden US-amerikanischen Firma Gross (Rollendruck), hat auch diese Firma aus kein Interesse mehr gezeigt.. Mehr Geld wollten ACP und MAN (25% Beteiligung nicht mehr nachschießen. Im Jahr 2010 fiel der Umsatz bei Roland um 15 Prozent auf 942 Mio. €


Die Aktien der Bogendruckmaschinen-Konkurrenz Heidelberger Druck zogen in Reaktion der Insolvenz um zehn Prozent an. KBA, Konkurrent bei Rollendruckmaschinen für Zeitungen, wo Manroland mit 35 Prozent Marktanteil die Nummer eins ist, stieg an der  Börse um fünf Prozent.


Die Insolvenz kommt nicht unerwartet. Seit Oktober hatte Manroland wieder Kurzarbeit angemeldet.. Eine Kapitalspitze von 200 Millionen Euro von ACP und MAN war schon nach wenigen Monaten wieder durch laufend Verluste aufgebraucht. Dann schien ein Käufer gefunden - ein europäischer Finanzinvestor, der Erfahrung in der Maschinenbau-Branche hat. Die Arbeitnehmer seien zu Zugeständnissen bereit gewesen. Der potentielle Käufer habe aber abgesagt, weil die Gläubigerbanken einen Kredit über 150 Millionen Euro langfristig verlängern wollten.
Der Versicherungskonzern Allianz war vor fünf Jahren mit seiner Finanzinvestoren-Sparte ACP mehrheitlich bei der MAN-Drucktochter eingestiegen und wollte sie an die Börse führen. Die Belegschaft war vor dem Insolvenzantrag bereits von 9000 auf weniger als 6600 geschrumpft.
Insider überrascht das Aus der Traditionsfirma nicht. Dem Vernehmen nach wäre auch in 2011 ein dreistelliger Millionenverlust angefallen. Es bleibt abzuwarten, welche Kerne der Firma der Insolvenzverwalter von Roland retten kann. Interessenten für das dort vorhanden Know-how im Bereich Rollen- und Offsetdruck sollten sich finden lassen. Auch eine Aufspaltung des Unternehmens gilt unter Insidern als wahrscheinlich. G.B.