Allgemeine Papier-Rundschau
128. Jahrgang

13. April  2004

Erscheint 2 x im Monat

INHALT
1.
Omya baut neue Kalziumkarbonatfabrik in den Niederlanden
2.
Prowell möchte Formatwerk in Norddeutschland bauen
3.
Küsters mit gutem Geschäftsergebnis 2003
4.
Schwächerer Geschäftsklimaindex in der Druckindustrie
5.
COPACO-Mitglieder können Umsatz leicht erhöhen
6.
A.S. Création kann Umsatz in 2003 knapp halten
7.
Deutsche Papierindustrie protestiert gegen Ausbildungsplatzabgabe
8.
SCA kauft Hygienebereich von Carter Holt Harvey
9.
Otor soll sich Schiedsgerichtsverfahren unterwerfen
10.
Cham Paper Group: Aussichten vorsichtig optimistisch
11.
Arjo Wiggins-Mutter Worms & Cie. schloss mit starkem Gewinnrückgang
12.Französische Pappe- und Kartonfabrikanten laden Lehrer zur Selbstbedienung ein
13.Bvdm: Insolvenzgeld belastet mittelständische Unternehmen und verzerrt den Wettbewerb
14.Verband der europäischen Vollpappenindustrie  sieht neue Marktchancen
15.Stora Enso erhöht Kapazität in Corbehem
16.Otor 2003 mit starken Gewinneinbußen
17.GPA mit neuem mexikanischen Mitglied
18.SCA kauft Anteil an mexikanischer Tissuefirma
19.Jacob Jürgensen International fusioniert mit UniWood GmbH
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Mayr-Melnhof erwirbt Faltschachtelbetrieb in Spanien


I.
Personalia
II.
Kurz notiert
III.
Impressum
IV.
Infos, Nutzungsrechte etc.
V.
Werbemöglichkeiten in der elektronischen apr PAPIER-ZEITUNG

Probeheft
Abonnement

1.
Omya baut neue Kalziumkarbonatfabrik in den Niederlanden

Die niederländische Tochtergesellschaft des Schweizer Omya-Konzerns, die Omya Beheer BV, baut eine neue Fabrik für natürliches Kalziumkarbonat (GCC) in Moerdijk bei Rotterdam. Das Werk soll die Produktion Mitte 2005 einer anfänglichen Jahreskapazität von 500 000 t aufnehmen. Das neue Werk wird hochreinen Marmor vearbeiten, der von Omya in der Türkei gewonnen wird. Beträchtliche Ausweitungen der Be- und Entladeterminals in der Türkei und Moerdijk sichern eine reibungslos laufende Lieferkette zum Handling von 1 Mio. t unverarbeitetem Marmor pro Jahr. Die Beneluxländer und die angrenzenden Gebiete in Westdeutschland und Nordfrankreich gehören zu den höchstindustrialisierten Regionen der Welt. Omya ist dort seit über einem Jahrhundert präsent und betreibt derzeit über 20 GCC-, PCC-, Talk- und Dolomitproduktionsbetriebe in den Niederlanden, in Belgien, Deutschland und Frankreich. Aus logistischer Sicht ist Moerdijk ein idealer Standort im weltweiten Liefernetzwerk von Omya. Mit seinem eigenen Seehafen, einer direkten Schienenanbindung und einem Autobahnanschluss ist Moerdijk zu einem der regionalen Schlüsselstandorte von Omya gewachsen. Die neue GCC-Fabrik kommt zu den bereits dort existierenden Anlagen hinzu. Hierzu gehören ein Zisternenhof für Kalziumkarbonatschlamm, eine PCC-Anlage mit einer Jahreskapazität von über 0,5 Mio. t Schlamm und eine Fabrik, die qualitativ hochwertige Dispergiermittel produziert.


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Mayr-Melnhof erwirbt Faltschachtelbetrieb in Spanien

Mayr-Melnhof hat den Teilbetrieb der Faltschachtelproduktion von Alcan Packaging Alzira S.A. in Valencia, Spanien, erworben. Der Abschluss der Transaktion wird für Ende Mai erwartet.  Die Produktion wird am bestehenden Standort fortgesetzt. Bis Mitte 2005 wird Mayr-Melnhof eine neue Fabrik in Valencia errichten.

Der Betrieb ist der zweitgrößte Faltschachtelerzeuger in Spanien, einem der größten Konsumgütermärkte Europas. Mit rund 200 Mitarbeitern wird ein jährlicher Umsatz von 27 Mio. Euro erzielt. Der Großteil des Umsatzes entfällt zur Zeit auf den Bereich Waschmittelverpackungen. Darüber hinaus werden auch Verpackungen für Lebensmittel produziert. Die Exportquote liegt bei ca. 20%.

Mayr-Melnhof möchte zusätzliche Geschäfte mit multinationalen Kunden einbringen und so die Produktivität verbessern. Durch die Nutzung von Synergien sollen in den nächsten Jahren sowohl das Geschäftsvolumen als auch der Ertrag gesteigert werden. Die Zustimmung der relevanten Kartellbehörde steht noch aus.

Beteiligungserhöhung bei C.P. Schmidt
Mayr-Melnhof hat außerdem weitere 25% der Anteile am deutschen Faltschachtelproduzenten C.P. Schmidt Verpackungs-Werk GmbH & Co. KG, Kaiserslautern, erworben und hält nunmehr 75%.

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2.
Prowell möchte Formatwerk in Norddeutschland bauen

Die Prowell GmbH, Offenbach an der Queich, möchte im norddeutschen Schüttdorf ihr fünftes Wellpappenformatwerk auf der grünen Wiese bauen. Baubeginn des neuen Unternehmens soll der Herbst 2004 sein, die Produktionsaufnahme ist für das zweite Quartal 2005 geplant. Die neue Wellpappenanlage wird über eine Arbeitsbreite von 3,30 m verfügen und eine Jahreskapazität von 150.000 t haben. Insgesamt erhöht sich damit die Kapazität für Bogenwellpappe von Prowell auf 550.000 t pro Jahr. Die Arbeitsgeschwindigkeit soll bei 400 m/min liegen. Mit dem neuen Werk sollen auf der grünen Wiese auf einer Fläche von ca. 100.000 qm insgesamt 65 neue Arbeitsplätze entstehen. Das dafür vorgesehene Investitionsvolumen liegt bei 33 Mio. Euro. Mit dem fünften Formatwerk strebt Prowell eine flächendeckende Lieferung für Wellpappformate im Zentrum von Europa an.

Die Prowell-Gruppe besitzt dann neben diesem vier weitere Formatwerke in Burg, Douvrin (Frankreich), Rokycany (Tschechien) und Offenbach. Zur Gruppe gehören außerdem der Wellpappen-Rohpapierhersteller Propapier GmbH, Burg, die Prologistik GmbH, die Proservice Marketingservice GmbH, und die Profund GmbH.


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3.
Küsters mit gutem Geschäftsergebnis 2003

Dank einer soliden Strategie kann die Eduard Küsters Maschinenfabrik GmbH & Co. KG, Krefeld ein gutes Ergebnis für das Geschäftsjahr 2003 melden. "Auf Basis der vorläufigen Jahresabschlusszahlen können wir wiederum deutlich schwarze Zahlen vorweisen"" zieht Geschäftsführer Dr. Erich W. Bröker eine erste positive Bilanz. Angesichts des schlechten weltweiten Konjunkturklimas könne das Unternehmen damit sehr zufrieden sein. Es sei zudem der sichtbare Beweis, dass die Weichen für die richtige Unternehmensentwicklung rechtzeitig gestellt worden sind. "So erlebten wir im vergangenen Jahr zwar eine Zeit, die unter der Investitionszurückhaltung der USA und Europas deutlich gelitten hat. Doch mit unserer neuen Gesellschaft Kuesters Shanghai Co. Ltd., der Restrukturierung und Modernisierung des Unternehmens und den neuen Produkten und Dienstleistungen haben wir die Richtung wohl richtig gewählt."

Eine wichtige Rolle kommt dabei in allen drei Geschäftsbereichen Textile, Nonwoven und Paper der Beziehung zum Reich der Mitte zu. Basierend auf der neuen Präsenz in Schanghai hat sich das Geschäft trotz SARS-Krise gut entwickelt. China hat sich damit schon heute zum stärksten Handelspartner außerhalb Europas entwickelt. Dies kommt nicht von ungefähr. Das Planungs- und Engineering-Know-how, die anerkannte Produktqualität und die breite Umsetzungskompetenz seien überzeugende Argumente. Für den chinesischen Markt kommt hinzu, dass mit der neuen Tochtergesellchaft in Schanghai die Markt- und Kundennähe weiter verbessert wurde.

Allein die Lieferungen ins Boomland China machten rund 40% des Gesamtgeschäfts der Division Paper aus. Speziell in der chinesischen Papierindustrie zeigt sich die für Küsters erfreuliche Tendenz, Großaufträge zunehmend in ihre Bestandteile zu zerlegen und auszuschreiben, um das jeweils beste und günstigste Angebot für einen bestimmten Teil der Anlage zu realisieren.

Guter Auftragseingang für 2004
China hat sich damit schon heute zum stärksten Handelspartner außerhalb Europas entwickelt. Eine Entwicklung, die kein Ende zu haben scheint. Denn die Auftragseingänge des letzten Quartals 2003 und von Januar 2004 lassen Küsters optimistisch bleiben.

Thorsten Koth, Geschäftsbereichsleiter Papier: "Schon jetzt sind Aufträge aus China von fast 15 Mio. Euro für das Jahr 2004 gebucht. Hinzu kommt der aktuell erteilte Auftrag über einen Großkalander von einem der weltweit größten Papierhersteller, der die technische Führungsrolle von Küsters erneut unter Beweis stellt."


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4.
Schwächerer Geschäftsklimaindex in der Druckindustrie

Der Geschäftsklima-Index in der Druckindustrie hat sich nach einer Umfrage des Münchner Ifo-Instituts unter ausgewählten Betrieben der Druckindustrie im März auf - 13 (Februar - 4) verschlechtert, ist aber nach wie günstiger als vor Jahresfrist. 37 % der Betriebe halten ihre Geschäftslage für schlecht, 55 % für befriedigend und 8% für gut. Die Produktion nahm ab. 21% berichten über eine sinkende, 8% über eine steigende Produktionstätigkeit gegenüber dem Vormonat. Die Auftragsbestände wurden abgebaut. Die Reserven unterschreiten ihr Normalmaß jedoch weniger häufig als im Vormonat und vor Jahresfrist: 49% halten ihre Reserven für zu klein; 6% der Betriebe haben verhältnismäßig große Auftragsbestände.

18% der befragten Betriebe sprachen von Preissenkungen gegenüber dem Vormonat. Preiserhöhungen können 3% am Markt durchsetzen. Das Ausbleiben der erhofften konjunkturellen Impulse hat die Erwartungen der Unternehmen in die weitere wirtschaftliche Entwicklung beeinträchtigt. Die Produktionstätigkeit wird sich in den nächsten drei Monaten per Saldo kaum verändern. 13% rechnen mit konjunkturellen Impulsen, 14% erwarten eher negative Einflüsse. 14% kalkulieren niedrigere Preise ein, mit Preissteigerungen in den nächsten drei Monaten rechnen nur 2% der befragten Unternehmen. 21% rechnen mit einer eher günstigeren Geschäftslage, 17% erwarten eine eher ungünstigere Lage.


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5.
COPACO-Mitglieder können Umsatz leicht erhöhen

Die COPACO Gesellschaft für Verpackungen mbH & Co. KG, Mainz-Hechtsheim, ein Mittelstandskartell nach § 7b, Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen, dem die Unternehmen Faller, Karl Knauer, Limmatdruck/Zeiler und die Rob. Leunis & Chapman-Gruppe angehören, erzielten im Jahr 2003 einen leicht erhöhten Umsatz von 224 Mio. Euro (+ 2 Mio. Euro). Die Zahl der Beschäftigten der an dem Kartell beteiligten Unternehmen lag bei 1736 Mitarbeitern. Die Mitgliedsunternehmen produzierten 4,7 Mrd. Faltschachteln. Insgesamt investierten die in der COPACO zusammengeschlossenen Firmen im vergangenen Jahr 23,4 Mio. Euro (2002: 18,1 Mio. Euro). Im laufenden Jahr sind weitere 29 Mio. Euro geplant. Der umsatzstärkste Bereich (32,8% der Umsätze) war wiederum Pharma/Healthcare, er verzeichnete auch das größte Wachstum. Es folgten Lebensmittelverpackungen mit einem Umsatzanteil von 21,8%, Kosmetik/Bodycare mit 14,3% und Süßwaren mit 12,9%.

Für 2004 erwartet COPACO bei Anhalten der schwierigen Situation erneut ein nur verhaltenes Wachstum.


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6.
A.S. Création kann Umsatz in 2003 knapp halten

Die A.S. Création Tapeten AG, Gummersbach, konnte den Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr trotz, wie es heißt, eines schwierigen konjunkturellen Umfelds mit 119,3 Mio. Euro (- 0,3%) knapp halten. Der Jahresgewinn fiel um 1,5 Mio. Euro auf 4,7 Mio. Euro. Das Vorsteuerergebnis verringerte sich um 17,9% auf 8,2 Mio. Euro. Einen Verlust von 0,5 Mio. Euro steuerte der im Geschäftsbereich Dekorationsstoffe bei, während der Geschäftsbereich Tapete dementsprechend 8,7 Mio. Euro zum Ergebnis beitrug.

Nachdem sich die Aktie von A.S. Création in den Jahren 2001 und 2002 deutlich besser entwickelte als der SDAX, verlor sie im Laufe des Jahres 2003 insgesamt 4,2% ihres Wertes, stieg allerdings im Jahr 2004 um 20%. Der derzeitige Kurs liegt bei 19,50 Euro.

Aussichten
Das Geschäftsjahr 2004 steht im Zeichen der Integration und des Ausbaus der Vertriebsorganisationen in Frankreich und den Niederlanden. In beiden Ländern hat das Unternehmen, wie in der apr berichtet, Firmen gekauft. Der Vorstand plant ein Umsatzwachstum von 9% auf ca. 130 Mio. Euro und einen Anstieg des Jahresüberschusses auf 6 Mio. Euro.


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7.
Deutsche Papierindustrie protestiert gegen Ausbildungsplatzabgabe

Der von der Bundesregierung geplante Gesetzentwurf einer Ausbildungsplatzabgabe stört und beeinträchtigt massiv die Ausbildungsbemühungen der deutschen Papierindustrie, da er die Papierfabriken hinsichtlich der rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen der Ausbildung verunsichert und der Verschiebung der Entscheidung von Unternehmen für Ausbildung Vorschub leistet, erklärt der Vorsitzender der Vereinigung der Arbeitgeberverbände der deutschen Papierindustrie e.V. (VAP), Eberhard Potempa, in Bonn.

Ein Lichtblick sei einzig, dass neben den CDU-geführten Länder, die die Abgabe kategorisch ablehnen und spätestens im Bundesrat zu Fall bringen wollen, immer mehr verantwortliche SPD-Politiker, gerade auch auf Landesebene, den Mut aufbringen, sich von diesem bürokratischen und Standort schädigenden Konstrukt zu distanzieren. Eberhard Potempa: "Es bleibt zu hoffen, dass sich die wirtschaftspolitische Vernunft früher oder später doch noch bei der Bundesregierung durchsetzt."

Mit einer möglichen Ausbildungsplatzabgabe würde mit der deutschen Papierindustrie eine Branche getroffen, in der trotz intensiver Werbung seit Jahren bundesweit zwischen 8 und 16% der Ausbildungsplätze unbesetzt geblieben wären. Bei allen Klagen darüber, dass möglicherweise Jugendliche keinen Ausbildungsplatz finden könnten, sollten insbesondere die Teile der Wirtschaft besondere Erwähnung finden, die, wie die deutsche Papierindustrie, Schwierigkeiten haben, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen.

Eine mögliche Ausbildungsumlage führe laut Potempa zur Zurückhaltung vieler Arbeitgeber der Papierindustrie bei der Schaffung von Ausbildungsplätzen, um für den Fall der Einführung einer Abgabe entsprechend reagieren zu können. Auch nach ihrer Einführung biete eine Abgabe keine Basis für die Erweiterung des betrieblichen Ausbildungsangebots. Außerdem widerspreche eine Ausbildungsumlage dem Prinzip der freuen und eigenverantwortlichen Entscheidung der Betriebe für eine Ausbildung.

Die von SPD und einigen Gewerkschaften geforderte Ausbildungsplatzabgabe sei in der Papierindustrie nicht nachvollziehbar und wäre dem Erfolg eines größeren Engagements für noch mehr Arbeitsplätze nur abträglich. Vielmehr sollten die Jugendlichen dazu veranlasst werden, vorhandene Chancen in der Papierindustrie zu nutzen und eine größere räumliche und berufliche Mobilität zu zeigen, denn in einigen Regionen hätten Unternehmen der Papierindustrie nach wie vor große Probleme, vorhandene Ausbildungsplätze zu besetzen.

Laut Potempa löse eine Ausbildungsabgabe die Schwierigkeiten auf dem Ausbildungsmarkt nicht, sondern schaffe folgende neue, zusätzliche Probleme:

  • Die Abgabe wäre eine weitere finanzielle und bürokratische Bürde, die die Leistungs- und Konkurrenzfähigkeit der Betriebe zusätzlich gefährde.

  • Das Insolvenzrisiko steige, es drohe die Vernichtung weiterer Arbeitsplätze, an denen immer auch Ausbildungsplätze hängen.

  • Die Abgabe bringe neue Wettbewerbsverzerrungen: Je nach Bemessungsgrundlage entstünden Wettbewerbsnachteile entwede für lohnintensive oder für kapitalintensive Unternehmen.

  • Kostenintensive, neue Behördenstrukturen mit mindestens 1000 Mitarbeitern müssten für die Umlageerhebung, Umlageverwaltung und Umlageverwendung geschaffen werden.

  • Über-Bedarf-Ausbildung (heute in einer Größenordnung von 100 000 bis 150 000 Plätzen) würde verschwinden, weniger statt mehr echte betriebliche Ausbildungsplätze seien die Folge.

  • Der Trend zur Verschulung und Verstaatlichung der Ausbildung erhalte durch eine Abgabe weiteren Auftrieb.

  • Eine Abgabe bestrafe Betriebe in der Papierindustrie, die heute schon keine geeigneten Ausbildungsbewerber finden. Sie gehe am Problem der mangelnden Ausbildungsreife vieler Bewerber vorbei und leiste der einseitigen Fixierung der Jungendlichen auf Wunschberufe sowie der fehlenden Mobilität Vorschub.

  • Internationale Erfahrungen sprächen gegen eine Umlage. Dies zeigt das Beispiel Frankreich: Hier besteht seit dem Jahr 1925 ein staatlicher Ausbildungsfonds, der aus Abgaben der Unternehmen gespeist wird. Konsequenz: Die Berufsausbildung erfolgt praxisfern in staatlicher Regie. Die Jugendarbeitslosigkeit ist mit knapp 20% doppelt so hoch wie in Deutschland.

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8.
SCA kauft Hygienebereich von Carter Holt Harvey

Der schwedische SCA-Konzern hat den Tissuebereich der neuseeländischen Fa. Carter Holt Harvey auf schuldenfreier Basis für 546 Mio. Euro gekauft. Im Kaufpreis enthalten sind 50 % der Anteile an der Fa. Sancella, einem Unternehmen, das Carter Holt Harvey gemeinsam mit SCA besitzt. Don Matthews soll weiter von Melbourne aus die Geschäfte für Carter Holt Harvey leiten. Er berichtet an Scott Jungles, den Präsidenten des Bereichs SCA Hygienewachstumsmärkte. Carter Holt hat Werke in Australien und Neuseeland und setzte im Jahr 2003 insgesamt 404 Mio. Euro um. Nach der Akquisition wird der außereuropäische Umsatzanteil bei SCA auf ca. 30% steigen. Alleine in Australien und Neuseeland wird das Unternehmen ca. 1 Mrd. Euro umsetzen. 72% dieser Umsätze entfallen auf Letztverbraucher-Tissueprodukte, 28 % auf den Away-from-Home-Markt (institutionelle Verwender wie Hotels).

Die Tissueproduktionskapazität von Carter Holt liegt bei 130 000 t pro Jahr, davon werden 30 000 t nach dem Through Air Dried (TAD)-Verfahren hergestellt. Außerdem stellt das Unternehmen 50 000 t chemisch-thermomechanischen Zellstoff (CTMP) her. Die gesamte Produktion wird in firmeneigenen Werken verarbeitet und über eigene Marken verkauft. In Australien liegt der Marktanteil dieser Produkte bei 35 % (Marktführer) und in Neuseeland bei 63 % (Marktführer). Die Markennamen Sorbent und Purex haben innerhalb der letzten 50 Jahre eine starke Position in Neuseeland und Australien aufgebaut. Bei Höschenwindeln hat Carter Holt in Neuseeland einen Marktanteil von 56 %.

Die Fa. Sancella wurde vor 25 Jahren als Jointventure und der damaligen Fa. Bowater-Scott in Australien und in Neuseeland gegründet. Heute stellt das Unternehmen Frauenhygieneartikel und Inkontinenzprodukte her. Bei Frauenhygiene liegt der Marktanteil von Sancella in Australien bei 37 %, in Neuseeland bei 30%. Bei Inkontinenzprodukten liegt der Marktanteil in Australien bei 45 %. In Neuseeland ist das Unternehmen in diesem Bereich auf dem zweiten Platz im Markt. Der Kauf bedarf noch der üblichen Genehmigungen durch australische und neuseeländische Behörden. Diese sollen bis Mitte Mai erteilt werden.


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9.
Otor soll sich Schiedsgerichtsverfahren unterwerfen

Das Pariser Gericht Tribunal de Grande Instance hat sich in dem Rechtsstreit zwischen der Kartonpackmittel- und Packmaschinengruppe Otor und deren Aktionär Carlyle für unzuständig erklärt. Das bestätigte Otor auf Nachfrage. Die Firmengründer Jean-Yves Bacques und Michèle Bouvier, die sich die Leitung der Gruppe teilen und deren Hauptaktionäre sind, haben damit eine erste Niederlage erlitten und müssen zudem für die Gerichtskosten aufkommen.

Bei der Auseinandersetzung geht es um die zukünftige Kontrolle über den zweitgrößten französischen Fabrikanten von Wellpappekartons. Die US-amerikanische Investorengruppe Carlyle war im Jahre 200 mit 45 Mio. Euro dem damals in Turbulenzen befindlichen Unternehmen zu Hilfe gekommen und strebt jetzt die Mehrheit an. Sie begründet dies damit, dass Bacques und Bouvier einen seinerzeit geschlossenen Aktionärsvertrag verletzt hätten. In diesem sei vorgesehen, dass Otor, gestützt auf das amerikanische Geld, innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums eine bestimmte Rentabilitätshöhe erreicht. Wird dieses Ziel nicht erreicht, solle Carlyle die Kontrolle erhalten.

Von Seiten Otors wird die Gültigkeit dieser Übereinkunft bestritten. Otor weigert sich, sich einem Schiedsverfahren zu unterwerfen, auf das sie der jetzt ergangene Richterspruch zurückverweist und das inzwischen von Carlyle angestrengt wurde. Dieses Mittel soll für Streitfälle in dem besagten Aktionärsabkommen vorgesehen sein. Die Entscheidung des Schiedsgerichts wird bis zum Sommer erwartet und hat wie die der Grande Instance sofortige Wirkung. Otor will jedoch in die Berufung gehen. - jb


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10.
Cham Paper Group: Aussichten vorsichtig optimistisch

Die zur Industrieholding Cham gehörende Schweizer Cham Paper Group konnte im abgelaufenen Jahr ihren Gewinn um 0,7% auf 416,3 Mio. sfr steigern. Die Steigerung sei unter anderem auf den erfolgreichen Aufbau des Überseegeschäfts und Innovationsprozesse zurückzuführen. Die norwegische Tochter Hunsfos erzielte einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 2,5 Mio. sfr, die Cham-Gruppe insgesamt steigerte ihren Gewinn vor Zinsen und Steuern um 11,3% auf 26,7 Mio. sfr. Der Reingewinn lag bei 7,2 Mio. sfr (i. Vj.: 15,8 Mio. sfr). Im Jahr 2002 waren in der vorher genannten Summe außerordentliche Erträge von 7,5 Mio. sfr enthalten. Im Jahr 2003 kam es zu einmaligen und teilweise die Vorjahre betreffenden Steuerbelastungen in Höhe von 2,1 Mio. sfr. Bereinigt um Sondereinnahmen und -ausgaben war der Reingewinn in 2003 höher als in 2002.

Außerdem gelang es der Gruppe im abgelaufenen Jahr, die Nettoverschuldung weiter um 20,2 Mio. sfr auf 144,5 Mio. sfr zu reduzieren. Damit lag die Eigenkapitalquote im vergangenen Jahr bei 38,8% (+ 3,5%).

Insgesamt beurteilt die Cham Paper Group die Aussichten der Papierindustrie vorsichtig optimistisch. Die Cham Paper Group sei gut positioniert und mit Kapazitätsreserven ausgestattet, die es erlauben, bei steigender Nachfrage entsprechend zu profitieren.


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11.
Arjo Wiggins-Mutter Worms & Cie. schloss mit starkem Gewinnrückgang

Die von der italienischen Agnelli-Gruppe kontrollierte Pariser Finanz- und Industriegruppe Worms & Cie. hat das letzte Geschäftsjahr nach Eigeninterpretation mit "zufrieden stellenden Leistungen in einem ungünstigen wirtschaftlichen Umfeld" abgeschlossen. Die Muttergesellschaft des Spezialpapierfabrikanten ArjoWiggins verzeichnete einen Umsatzrückgang von 4,426 auf 4,214 Mrd. Euro. Das Nettoergebnis verringerte sich von 190 auf 112 Mio. Euro, das aus der normalen Geschäftstätigkeit von 195 auf 159 Mio. Euro. ArjoWiggins geriet nach 5 Mio. Euro Gewinn im Vorjahr in die roten Zahlen und erlitt einen Verlust von 7 Mio. Euro. Die Vertriebssparte Antalis dagegen konnte den Vorjahresgewinn von 22 Mio. auf 36 Mio. Euro ausbauen und lag mit ihrer Betriebsgewinnmarge bei 1,6% - höher demnach als der europäische Durchschnittswert von 1,2%. ArjoWiggins bleibe jedoch trotz der preisverfallbedingten Verluste mit einer Marge von 7% "eines der rentabelsten Papierunternehmen der Welt", erklärte Worms.

Die Gruppe verhandelt momentan über eine Neuzusammensetzung ihres Kapitals, nachdem die Agnelli-Holdung Ifil und die Pariser Versicherungsgruppe AGF ihre Anteile verkaufen wollen. Die Verhandlungen dürften noch bis Ende April dauern, sagte Worms-Aufsichtsratschef Nicholas Clive Worms dazu. - jb


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12.
Französische Pappe- und Kartonfabriken laden Lehrer zur Selbstbedienung ein

Abfälle aus der Pappe- und Kartonherstellung kann man stofflich wiederverwerten und in die entsprechende Sekundärfasersammlung geben. Man kann sie aber auch beispielsweise an Grundschulen für deren Werk- und Kunstunterricht verschenken. Diese Idee hat der französische Verband Comité Français de l'Emballage papier-carton (Cofepac) unter dem Titel "Emballage Papier Carton en Fête" (Verpackungspapier und -Karton feiern) erstmals 1998 in die Tat umgesetzt. Sie ist seither zu einer festen Einrichtung geworden, die am 24. März zum siebten Mal stattfand.

Schüler und Lehrer beim Abholen der Pappe
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Mehr als 15 000 Lehrer von gut 400 000 Schulkindern folgten diesmal der Einladung von über 200 Fabriken zum "Tag der Offenen Tür", um sich vor Ort kostenlos mit Voll- und Wellpapperesten, Packpapier oder Papierbeuteln einzudecken. Inzwischen ist die Resonanz auf die Aktion so groß geworden, dass es nicht mehr ohne Teilnahme-Voranmeldung geht.


Ein Kleiner - beeindruckt von Pappe
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Cofepac hat die Idee von Anfang auch mit spielerischen und pädagogischen Akzenten garniert. So erhält jeder Lehrer einen großen Papiersack mit Dutzenden von Kartonmaskottchen, die die Schüler selber zusammenstecken können, und eine Lehrdokumentation über die Herkunft der Materialien, ihre Herstellung, Verarbeitung zu Packmitteln und deren Recycling. Zusätzlich dazu finden Lehrer und Schüler gemeinsam im Internet eine ganze Fülle weiterer Ideen zum Ver- oder Bearbeiten. - jb


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13.
Bvdm: Insolvenzgeld belastet mittelständische Unternehmen und verzerrt den Wettbewerb

In einem offenen Brief an Bundeswirtschaftsminister Clement warnte der Bundesverband Druck und Medien e.V. (bvdm) vor den wettbewerbsverzerrenden Auswirkungen der derzeitigen Insolvenzgeldregelung und forderte eine umfassende Gesetzesreform. Wegen der Belastung durch das Insolvenzgeld geraten zunehmend auch gesunde Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Zudem herrscht in der überwiegend klein- und mittelständisch geprägten Druckindustrie in den letzten Jahren ein harter Preiskampf.

"Es klingt paradox", so Thomas Mayer, Hauptgeschäftsführer des bvdm in Wiesbaden, "aber es sind die zahlungsunfähigen Betriebe, die dank des Insolvenzgeldes weiter am Markt agieren können und mit Dumpingpreisen den gesunden Unternehmen die Aufträge wegschnappen."

Hintergrund ist, dass die Bundesagentur für Arbeit in den meisten Fällen einer Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes durch Dritte zustimmt, auch wenn erkennbar ist, dass die entsprechenden Unternehmen kaum mehr zu retten sind.

Der bvdm begrüßt, dass in dem dritten Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt (Hartz III) die Höhe des Insolvenzgeldanspruchs der Arbeitnehmer begrenzt wurde. Nach diesem Gesetz werden die Leistungen nicht mehr wie bisher in voller Nettolohnhöhe gezahlt, sondern auf eine Höchstgrenze in Form der Beitragsbemessungsgrenze der Arbeitslosenversicherung bezogen.

"Gemessen an der Gesamtbelastung von 1,9 Mrd. Euro ist die prognostizierte Entlastung von 100 bis 150 Mio. Euro aber viel zu gering", so Mayer. "Auch wenn 2003 zu erwarten ist, dass das Insolvenzgeld nicht weiter steigt, bleibt die Belastung der Unternehmen mit 1,7 Mrd. Euro beängstigend hoch."  

Der bvdm fordert deshalb neben einer grundlegenden Reform des Gesetzes eine weitere Absenkung des Insolvenzgeldanspruchs auf 80% des Nettolohns. Diese Höhe würde immer noch deutlicher über dem Arbeitslosengeld liegen, aber zu einer deutlichen Entlastung der Unternehmen führen.


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14.
Verband der europäischen Vollpappenindustrie sieht neue Marktchancen

Vom 11. Bis 13. März kamen in Kitzbühel die europäischen Hersteller von Verpackungen aus Vollpappe zur Jahreskonferenz 2004 der European Solid Board Organisation (ESBO) zusammen. Der Kongress stand unter dem Motto "Erweiterung der Marktmöglichkeiten für Vollpappe", wozu aus den ESBO-Ausschüssen über diverse Projekte berichtet wurde. So wurde der neue Internetauftritt der ESBO vorgestellt, der umfassende Informationen über die europäische Vollpappenindustrie wie Hersteller, Einsatzmöglichkeiten, Logistikaspekte usw. von Vollpappeverpackungen informiert. Die ESBO-Adresse im Internet lautet www.esbo.nl.

Auf Basis der erfolgreichen CD-ROM "Verpackungen aus Vollpappe - ökologisch und ökonomisch optimierte Verpackungslösungen für die gesamte Supply Chain" des Verbands Vollpappe-Kartonagen (VVK) hat das technische Komitee der ESBO unter Leitung von Andreas Jung (Kappa-Verpackungswerk Neuss) das so genannte ESBO-OK entwickelt, das in den nächsten Monaten europaweit vertrieben werden soll. Zusätzlich zur deutschen CD-ROM des VVK enthält das ESBO-OK eine digitalisierte Fassung des VVK-Handbuchs "Verpackungen aus Vollpappe".

Marjan Smit von der niederländischen Auditierungsgesellschaft ISA stellte die im Herbst vergangenen Jahres von ESBO und der europäischen Wellpappenindustrie gemeinsam veröffentlichten Good Manufacturing Practices (GMP) Code vor. Mit der Zertifizierung nach den Regeln des GMP-Codes garantieren die Hersteller von Vollpappeverpackungen die hygienisch einwandfreie Produktion von Lebensmittel-Verpackungsmaterialien. Die Anforderungen des Lebensmittelhandels an Qualität, Hygiene und Rückverfolgbarkeit der eingesetzten Materialien werden damit erfüllt.

Dr. Graham Moore vm englischen Verpackungs-Forschungsinstitut Pira International stellte Visionen des zukünftigen Einsatzes von so genannten "intelligenten Verpackungen" vor. Dazu zählen Verpackungen, deren Materialeigenschaften dazu geeignet sind, z. B. durch Farbveränderungen der Schachtel über den Zustand des verpackten Produkts zu informieren, wie z. B. das Überschreiten des Verfallsdatums, oder die mit einem Kleinstdatenspeicher versehen sind, der es ermöglicht, die Verpackung auf ihrem Weg in der Warenlogistik zu sondieren. Für Vollpappeverpackungen werden auf diesem Gebiet neue, innovative Einsatzmöglichkeiten und Marktchancen erwartet.


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15.
Stora Enso erhöht Kapazität in Corbehem

Der finnische Stora Enso-Konzern will mit einer Investition von 60 Mio. Euro die Produktionskapazität seines französischen Werks bis zum nächsten Jahr um 50 000 auf 550 000 jato erhöhen. Bis dahin werde die Nachfrage wieder angezogen haben, hoffen die Verantwortlichen und setzen dabei vor allem auf die Tiefdruckpapiere.

Weitere 23 Mio. Euro sind für die Installierung von vier Gasheizkesseln vorgesehen, die die alten Kohle- und Ölanlagen aus den Jahren 1950 und 1960 ersetzen sollen. Die französische Stora Enso-Tochter bemüht sich momentan, bis 2005 rund 200 Mio. Euro durch Kostenreduzierung einzusparen und will bis dahin 600 Stellen streichen, davon 160 am Standort Corbehem im strukturschwachen Nordfrankreich. - jb


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16.
Otor 2003 mit starken Gewinneinbußen

Die in Paris ansässige Wellpappenkarton-, Packmittel- und Packmaschinengruppe Otor musste im letzten Jahr einen Rückgang beim Nettogewinn um fast zwei Drittel im Vorjahresvergleich hinnehmen. Er schrumpfte von 12,147 auf 4,672 Mio. Euro und erreichte damit fast wieder das Niveau von vor drei Jahren. Der Umsatz verringerte sich um 0,8% auf 405,761 Mio. Euro und war zum dritten Mal in Folge rückläufig (2001: 412,482 Mio).

Der operative Gewinn 2003 sank von 60,526 auf 49,365 Mio. Euro, das Betriebsergebnis verkürzte sich um knapp 10 auf 20,136 Mio. Euro, und die normale Geschäftstätigkeit erbrachte mit 10,062 Mio. Euro einen Gewinn, der nur noch annhähernd der Hälfte dessen aus dem Vorjahr entsprach.

Die Gruppe hebt hervor, dass sie trotz rückläufiger oder stagnierender Konjunkturbedingungen ein ausgeglichenes Jahresresultat erzielt habe. Zu berücksichtigen sei das durch anhaltende Konsumunlust quasi auf Null abgesunkene Wirtschaftswachstum im eigenen Land und in Europa, das am französischen Wellpappenmarkt zu einem Mengenrückgang um 1% und beim Wert um 4% geführt hat. Bedingt durch die nach unten zeigende Nachfrageentwicklung sind auch die Verkaufspreise gesunken, was tendenziell in Europa durch zusätzliche Produktionskapazitäten bei Wellpappen-Rohpapier noch verstärkt wurde. Dem standen steigende Rohstoffpreise für Sekundärfasermaterial, Stärke und auch für Energie gegenüber.

Vor dem Hintergrund von 30 Mio. Euro, die die Gruppe für Investitionen aufbrachte und zu 80% selbst finanziert hat, war für Otor der Nachfragerückgang bei Transport- und Verkaufsverpackungen besonders empfindlich in der ersten Jahreshälfte 2003 und betraf vor allem die Lebensmittelindustrie. Die Verkaufsentwicklung bei Verpackungen für den Industrieeinsatz  (hauptsächlich Auto- und Elektronikindustrie) zeigte dagegen ansteigende Tendenz. Beide Produktgruppen werden am Standort Saint-Etienne-du-Rouvray bei Rouen hergestellt, den Otor in zwei rechtlich voneinander getrennte Bereiche, die Papeterie und die Cartonnerie, aufgeteilt hat. Die erste verarbeitet Sekundärfasermaterial zu Wellpappen-Rohpapieren, die zweite stellt daraus Schachteln und -Zuschnitte her.

Der Bruttobetriebsüberschuss für die Papierfabrik hat sich im letzten Jahr um die Hälfte auf 2 Mio. Euro verringert, der der Kartonfabrik erreichte nur 0,6 Mio. Euro. Otor-Chef Jean-Yves Bacques glaubt dennoch an eine baldige Verbesserung der Ergebnisse: "Die Papeterie läuft auf vollen Touren und hat Mühe, mit der Nachfrage Schritt zu halten. Die Cartonnerie ist erst bei 50% Kapazitätsauslastung, hat aber Wachstumsraten von 20 bis 25%", erklärte er auf der Ergebniskonferenz. In Polen ist Otor übrigens nach demselben Modell verfahren und hat dort sowohl eine Papier- als auch eine Kartonfabrik errichtet, um seine Großkunden aus der Automobilbranche vor Ort zu bedienen. 

Rechtsstreit mit Carlyle
Um das Stichwort Investitionen und die daraus zu erwartenden Ergebnisse dreht sich im Kern der Rechtsstreit, in den Otor mit seinem Hauptakionär, der US-Investmentgruppe Carlyle, verwickelt ist. So finden die in den polnischen Standort investierten und von Bacques als "kapitale Anlage" bezeichneten Millionen vor den Amerikanern keine Gnade. Sie hätten im vorletzten Jahr 2 Mio. und im letzten eine weitere Million Verluste eingebracht, bemängeln sie.

In der Auseinandersetzung mit Carlyle gibt es übrigens eine neue Variante: Der Konflikt ist nicht nur Gegenstand eines von Carlyle angestrengten Schiedsverfahrens, hinzugekommen ist nun auch noch eine Anzeige gegen die Otor-Leitung wegen Veruntreuung, erstattet von den vereidigten Buchprüfern mit Carlyle als Nebenkläger. Sie beanstandeten, dass Jean-Yves Bacques und seine Mitstreiterin Michèle Bouvier die Kosten für ihe gerichtliche Auseinandersetzung mit Carlyle aus der Gruppenkasse bestritten.

Sicherer Straßenverkehr wirkt sich aus
Otor sieht sich nebenbei ebenso wie die französischen Weinerzeuger und -vermarkter als Opfer der rigorosen Sicherheitspolitik des bisherigen Innenministers Nicolas Sarkozy. Dessen Kampagne gegen Alkohol am Steuer habe im Zuge der dadurch drastisch gesunkenen Zahl der Autounfälle auch zu einer Verringerung der Nachfrage nach Ersatzteilen geführt, ließ Bacques durchblicken, und bezifferte diesen Effekt für seinen Bereich auf einen Rückgang bei der Transportschachtelnachfrage um 25%. Um 15% abgenommen habe im letzten Jahr ferner die Kartonnachfrage von Seiten der heimischen Weinwirtschaft.

Laufende Entwicklung
Im ersten Quartal dieses Jahres sind die Preise für Altpapier in geringerem Maße gestiegen als die für Wellpappen-Rohpapiere, weshalb die Pariser Gruppe etwa ab Jahresmitte mit besseren Margen im Bereich ihrer Papierproduktion rechnet. Ferner dürfte sich das Volumen der Aktivitäten trotz offensichtlich fortdauernd schleppender Nachfrage erhöhen, gestützt auf die beiden jüngsten Otor-Innovationen: das mit der allgemeinen Tendenz in Europa in Einklang befindliche neue Leicht-Papier für Wellpappeschachteln und den nur noch 100 g wiegenden, insbesondere für den Lebensmitteleinzelhandel bestimmten, regalfähigen Karton Hightray.

Als Ziel für das laufende Jahr formulierte die Otor-Spitze mehr Umsatz durch Steigerung der Verkaufsmengen und -preise, weitere Kostensenkungen zur Verbesserung der operativen Rentabilität, Stärkung der Finanzstruktur und Abbau der Verschuldung "in vernünftigem Maße insbesondere durch kontinuierliche Investitionen". - jb


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17.
GPA mit neuem mexikanischen Mitglied

Die Global Packaging Alliance (GPA), ein für weltweit tätige Markenartikelhersteller tätiger Zusammenschluss mittelständischer Verpackungshersteller, hat ein neues Mitglied aufgenommen. Siebtes Unternehmen der Allianz, der in Deutschland die Fa. Rob. Leunis & Champan (rlc, Berlin und Hannover) angehört, ist seit Anfang März 2004 der Display- und Verpackungshersteller  Cartmont (Mexiko City). Die GPA mit Mitgliedern in Deutschland, Australien, Brasilien, China, Russland und den USA expandiert gezielt in Mexiko, weil dieser Raum für den US-Markt und Kanada wirtschaftlich sehr bedeutend ist. Das 1944 gegründete Familienunternehmen Cartmont mit einem Jahresumsatz von ca. 30 Mio. US-$ produziert an zwei Standorten überwiegend für Consumer-Marken. Zu den Kunden der GPA-Unternehmen zählen unter anderem Gillette, Beiersdorf, Eastman, Kodak, Xerox und L'Oreal.

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18.
SCA kauft Anteil an mexikanischer Tissuefirma

SCA hat mit der mexikanischen Fa. Copamex einen Vertrag über die Akquistion von 50% der Stammaktien des Unternehmens abgeschlossen. Der Kauf hängt vom Abschluss einer Schuldenrefinanzierung oder Copamex Group ab. SCA wird zu dieser Refinanzierung einen Betrag von rund 100 Mio. US-$ beisteuern, und zwar in Form von Stammaktien und nicht zu einer zusätzlichen Dividende berechtigenden Vorzugsaktien.
Mit einem Marktanteil von ca. 27% im Verbrauchersegment ist Copamex der zweitgrößte Tissueproduzent Mexikos. Der Umsatz des Unternehmens lag im Jahr 2003 bei rund 191 Mio. Euro. Seit 1995 liegt die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate des mexikanischen Tissuemarktes bei rund 6%. SCA und Copamex sind bereits Partner bei Sancela de Mexico, einem Unternehmen, das Damenhygiene- und Inkontinezprodukte für die mexikanischen und Zentralamerikanischen Märkte produziert und vermarktet. Der Jahresumsatz von Sancela liegt bei ca. 79 Mio. Euro. Nach dem Abschluss der Refinanzierung wird Sancela Teil der in gemeinsamem Besitz befindlichen Tissuefirma. Genauere Details über die Transaktion werden erst nach Abschluss der Schuldenrefinanzierung der Copamex Group bekannt gegeben.

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19.
Jacob Jürgensen International fusioniert mit UniWood GmbH

Rückwirkend zum 1.1.2004 sind die Holzaktivitäten der Firmen Jacob Jürgensen Skandinavien GmbH und Jacob Jürgensen International GmbH zusammengefasst und beide Firmen in der neuen Fa. Jacob Jürgensen UniWood GmbH (JJ-Gruppe) fusioniert worden. Geschäftsführer Andreas von Möller meint, das Papiergeschäft werde von der anspringenden Konjunktur in Deutschland und Europa profitieren. Beim Holz wird auf Wachstumsmärkte und steigende Renovierungsausgaben gesetzt.

Der Hauptschwerpunkt der JJ-Gruppe ist die Vermarktung von Druck- und Verpackungspapieren in West-, Mitteleuropa und Übersee sowie die europaweite Vermarktung von Holzprodukten. Für die Papiervermarktung in Nordeuropa wurde 2003 die Fa. JJ Nordic gegründet, und in Nordamerika gründete JJ die Handelsfirma PassionWood Canada, um den Einkauf zu optimieren. JJ Skandinavien beteiligt sich an der Fa. Artic Wood, einer Holzverarbeitungsfabrik am nördlichen Polarkreis in Schweden. Hier werden Vorprodukte für die Parkettindustrie hergestellt, Durch die Firmenbeteiligung von JJ kann die Produktion verdoppelt werden und der Vertrieb europaweit expandieren. Ebenfalls seit mehr als 30 Jahren erfolgreicher Zweig des Hamburger Stammhauses ist das Immobiliengeschäft. Jacob Jürgensen Immobilien GmbH ist der Bauträger von exklusiven Bauprojekten und hochwertigen Altbausanierungen in attraktiven Citylagen von Hamburg.


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I.
PERSONALIA


Werner Gamper

Werner Gamper (55) ist seit 1. April 2004 neuer Verkaufsleiter Deutschland bei der Fa. ITW Dynatec, Klebstoffauftragstechnik, in Mettmann. Der Prokurist ist zudem weiterhin verantwortlich für den technischen Bereich.


Eckhard Hilgemann

Das Papierchemikaliengeschäft der BASF in Europa wird seit 1. April 2004 von Eckhard Hilgemann geleitet. Er ist Nachfolger von Dr. Hans Richard Schmidt, der das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlässt. Hilgemann, geboren 1952 in Lengerich (Deutschland), hat nach seiner Ausbildung zum Wirtschaftsassistenten bei der BASF seit 1976 mehrere Stationen in Europa, NAFTA und Asien durchlaufen. Seit 2001 leitet er die regionale Geschäftseinheit Veredlungschemikalien Asien mit Sitz in Singapur und war dort verantwortlich für Pigmente, Tenside, Textil-, Leder- und Kfz-Chemikalien sowie Produkte für die Druckindustrie.


Torben Thorn

Torben Thorn hat seit 1. März 2004 die Leitung der Abteilung Sonderaufgaben im Bundesverband Druck und Medien (bvdm) übernommen. Er tritt damit die Nachfolge von Hartmut Flothmann an, der Ende Februar diesen Jahres in Ruhestand ging. Zum Bereich Sonderaufgaben des bvdm zählen zum einen die geschäftsführerische Betreuung der Bundesinnung für das Siebdrucker-Handwerk, der Bundesinnung  für das Flexografen-Handwerk, der AEGRAFLEX (Europäische Vereinigung der Graveure und Flexografen) sowie seit dem 1. Januar 2004 die Geschäftsführung der AGH (Arbeitsgemeinschaft Grafischer Handwerksbetriebe). Neben diesen Aufgaben obliegt Thorn auch die Betreuung der Fachbereiche Flexografie und Siebdruck der Abteilung Technik + Forschung des bvdm als Fachreferent sowie die Betreuung des Deutschen Instituts Druck E.V. Seit Mitte 2001 war Torben Thorn als Fachreferent für den Bereich Umweltschutz beim bvdm verantwortlich. Vor seiner Tätigkeit für den Verband absolvierte er ein Studium zum Diplomingenieur (FH) Umwelttechnik/Umweltmesstechnik an der Fachhochschule Wiesbaden.


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II.
KURZ NOTIERT

Frankreich
Nach dem jüngsten Monatsbericht des französischen Papierindustrieverbandes Copacel verlief die Entwicklung im Februar sehr unterschiedlich. Feste Tendenzen zeichneten sich kaum ab. Bei Druck- und Schreibpapieren haben sich die Auftragsbücher zwar gleich zu Jahresbeginn wieder gefüllt, das Auftragsvolumen ging aber bislang nicht über das vom Februar 2003 hinaus. Anders dagegen bei Papier und Pappe für Verpackungsbedarf: Hier scheinen die Perspektiven nach eher langsamem Beginn zu Anfang des Jahres inzwischen deutlich günstiger zu sein. Von "leichten Aufheiterungen" ist ferner die Rede für den Bereich Haushalts- und Hygienepapiere. - jb

Italien
Die LabelPack-Division der Fa. Ahltrom, Mathi/Italien, kündigt eine nicht näher spezifizierte Preiserhöhung für alle ihre Papiersorten an. Diese soll ab Anfang Mai gelten. Das Unternehmen spricht nur von einer beträchtlichen Anhebung der Preise, die auf Dollarbasis sogar noch kräftiger ausfallen werde. Begründet werden die Preiserhöhungen mit den gestiegenen Zellstoffpreisen, aber auch höheren Ölpreisen und damit steigenden Transportkosten.

Österreich
Seit nunmehr 14 Monaten fallen die Papierpreise bei gleichzeitig steigenden Kosten für Rohstoffe, Energie und Logistik, so die österreichische Fa. Neusiedler. Vor diesem Hintergrund möchte das Unternehmen ab 1. Mai 2004 seine Preise für ungestrichene holzfreie Offsetpapiere in Rolle und Format sowie für Büropapiere zwischen 5% und 8% erhöhen. Sollte die seit Jahresbeginn gute Auftragslage nicht anhalten, würde Neusiedler auch temporär Produktionskapazitäten aus dem Markt nehmen, um einen drohenden Margenverfall abzuwenden.

Schweden
Die Fa. Södra Cell Schweden will im April 2004 die Preise für Langfasersulfatzellstoff auf 640 US-$ pro Tonne und für Kurfasersulfatzellstoff auf 550 US-$ je Tonne erhöhen. Hintergrund dieser Entscheidung ist die sich weiter positiv entwickelnde Marktsituation mit steigenden Lieferungen.


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erscheint am 07.05.2004

aus dem Inhalt:

  • KARTON und PAPPE
  • Packstoffe - Hilfsmittel
  • DRUPA 6.-19.5.2004

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III.
IMPRESSUM

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(128. Jahrgang)

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IV.
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