|  Allgemeine Papier-Rundschau | | |
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1. | Energiegipfel muss Industriestandort Deutschland sichern |
| Der Energiegipfel bei der Bundeskanzlerin am 3. April sollte die Belange der energieintensiven Branchen und damit des Industriestandortes Deutschland im Auge behalten. Das forderte der Verband Deutscher Papierfabriken (VDP) im Vorfeld des Gesprächs. Grundsätzlich sei zu begrüßen, dass die Kanzlerin sich dieser existenziellen Frage persönlich annehme. Die Tatsache, dass vorwiegend Vertreter der Energiewirtschaft und nichtindustrieller Organisationen zu dem Gipfel geladen worden seien, dürfe jedoch nicht dazu führen, dass die Interessen einer großen Gruppe von energieintensiven Unternehmen aus verschiedenen Branchen unberücksichtigt blieben, die am Standort Deutschland insgesamt 750.000 Menschen direkt beschäftigten. Energiepolitik sei Standortpolitik. Allen Beteiligten sei klar, so VDP-Hauptgeschäftsführer Klaus Windhagen, dass die Versorgungssicherheit in den Gesprächen einen hohen Stellenwert einnehmen werde. Diese müsse mit einem Energiemix ohne ideologischen Ballast sichergestellt werden, indem kein Energieträger diskriminiert wird. Erneuerbare Energien sollten wettbewerbsorientiert gefördert und die Belastung anderer Energieträger durch ihre Förderung abgebaut werden. Notwendige Investitionen in neue Anlagen dürften von den Versorgern jedoch nicht als Argument für unverhältnismäßige Preissteigerungen missbraucht werden. Nicht nur die energieintensiven Branchen, sondern die gesamte Industrie sei im internationalen Wettbewerb auf konkurrenzfähige Energiepreise angewiesen, heißt es in der Stellungnahme weiter. Die Marktmacht der Energieversorger müsse durch mehr Wettbewerb begrenzt und die Energiemärkte vollständig liberalisiert werden. Dazu müsse auch die Zahl grenzüberschreitender Stromleitungen erhöht werden, um ausländischen Wettbewerbern in ausreichendem Maße Marktzutritt zu gewähren. Weiter müsse der Handel an der Leipziger Strombörse (EEX) einem Mindestmaß an Transparenz genügen und ihre Instrumentalisierung ausgeschlossen werden. An die Adresse der Bundesregierung richtet die Papierindustrie die Aufforderung, endlich für eine wirksame Entlastung der besonders belasteten Unternehmen zu sorgen. So müssten die für das Energiesteuergesetz angekündigten Entlastungen für die energieintensiven Branchen konkretisiert und der hohe bürokratische Aufwand für die Unternehmen reduziert werden. Die Bundeskanzlerin müsse dafür sorgen, dass es zu konkreten Entlastungen für die energieintensiven Unternehmen kommt. Anderenfalls werde Deutschland unausweichlich auf den Pfad der Deindustrialisierung gedrängt. | zurück zum Inhalt |
| apr Aktuell - apr Aktuell - apr Aktuell | | Energiegipfel ohne erkennbare Ergebnisse | Der von Bundeskanzlerin Angela Merkel abgehaltene Energiegipfel führte ökonomisch betrachtet zu keinen erkennbaren Ergebnissen. Nach Meinung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) brachte die Zusammenkunft keine konkrete Idee, wie auf dem deutschen Strommarkt mehr Wettbewerb etabliert werden könnte, und mehr Anbieter in Deutschland präsent sind. Beteiligt an dem Treffen waren unter anderem 14 Vorstandsvorsitzende, die der Einladung der Kanzlerin folgten. Bei den bis zum Jahr 2012 von den großen Stromerzeugern zugesagten Investition von 30 Mrd. Euro handelt es sich nach Einschätzung von Experten vor allem um Ersatzinvestitionen. Gerade der Neubau emissionsintensiver Kohlekraftwerke werde dazu führen, dass mehr Geld für Kohlendioxidemissionsrechte ausgegeben werden muss, so das DIW. Zu Beginn des Gesprächs stand eine kontroverse Diskussion über die Fortführung der Kernenergie. Umweltminister Gabriel hielt dabei unverändert an den von der Vorgängerregierung beschlossenen Restlaufzeiten für Kernkraftwerke fest, während sich Michael Kloß (CSU) eine Übertragung von Restlaufzeiten bestehender Kernkraftwerke auf andere vorstellen konnte. In der Publikumspresse wird die gesamte Debatte häufig emotionalisiert und ideologisiert dargestellt, ohne sie auf den Kern des Problems zurückzuführen. 80% der in Deutschland erzeugten Energie stammt von den vier großen Energieerzeugern EON, RWE, NBW und Vattenfall. Der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) forderte in dem Spitzengespräch die Bundesregierung auf, dem engen Strommonopol entgegegenzuwirken und einen funktionsfähigen Wettbewerb zu schaffen. Laut einer Berechnung des Bundsumweltministeriums entfallen knapp 30% der Stromkosten auf die Netznutzung. Dieser Wert liegt deutlich über dem europäischen Durchschnitt. Für Abhilfe könnte in Zukunft eine Bundesnetzagentur sorgen, die Netzentgelte prüfen und genehmigen kann. Die Elektrizitätswirtschaft ihrerseits verweist auf hohe staatliche Belastungen, die sich aus Ökosteuer, Konzessionsabgaben sowie Belastungen aus dem Gesetz zu erneuerbaren Energien und dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz ergeben. Der durchschnittliche Strompreis für Industriekunden stieg nach Berechnungen des VIK von 5,05 Cent im Jahr 2000 auf 7,26 Cent im Jahr 2005. Letztlich hat z. B. die Aluminiumverhüttung bereits Tausende von Arbeitsplätzen aufgrund der hohen Strompreise verloren. Der Energiegipfel hätte die Weichen stellen können, damit die Energiepreise im europäischen Vergleich zumindest auf einen Durchschnittswert abgesenkt werden. | apr Aktuell - apr Aktuell - apr Aktuell |
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2. | Wepa kauft Mainzer Hakle-Werk |
| Die Arnsberger Firma Wepa hat das Mainzer Hakle-Werk von seinem bisherigen Besitzer, dem US-amerikanischen Kimberly-Clark-Konzern, für einen nicht näher genannten Betrag übernommen. Der Käufer übernahm zum 1. April 2006 alle 187 Mitarbeiter zu den bisherigen Konditionen. Kimberly will im Rahmen seines weltweiten Restrukturierungsprogramms die Hakle-Marken am Standort Reisholz bei Düsseldorf zusammenfassen. Der alte Besitzer hatte vorher eine der drei Produktionslinien bei Hakle komplett stillgelegt. Nach den Worten von Wepa-Geschäftsführer Martin Krengel möchte der neue Besitzer 3 Mio. Euro investieren und alle drei bestehenden Linien wieder in Betrieb nehmen. Die Jahreskapazität in dem Mainzer Werk liegt bei 60.000 Tonnen. Das Unternehmen Wepa erzielte im Jahr 2005 mit 1400 Mitarbeitern einen Umsatz von 300 Mio. Euro und ist vor allem im Segment mit Handelsmarken tätig. Wepa war bislang mit Abstand größter Abnehmer des Werkes, unter anderem für Tissuemutterrollen. In Mainz sollen in Zukunft Toilettenpapier und Küchentücher aus Recyclingmaterialien hergestellt werden. | zurück zum Inhalt |
3. | Geschäftsklimaindex in der Druckindustrie erreicht das Nullniveau |
| Der Geschäftsklimaindex der bundesdeutschen Druckindustrie stieg im März wiederum auf Null (Februar: - 5). 29% der in der Umfrage des Ifo-Institutes befragten Unternehmen sprechen von einer sinkenden, 12% von einer steigenden Produktionstätigkeit. Trotz der weiterhin unbefriedigenden Ausgangslage blicken die Betriebe zuversichtlicher auf die konjunkturelle Entwicklung. 21% gehen von einer eher günstigeren Lage im Sommerhalbjahr 2006 aus, und nur 14% rechnen mit einer eher ungünstigeren Lage. | zurück zum Inhalt |
4. | Millionenbuße gegen Schneidersöhne |
| Das Oberlandesgericht Düsseldorf und dessen Kartellsenat haben gegen die Firma Schneidersöhne und ein Berliner Tochterunternehmen mehr als 6 Mio. Euro Bußgelder wegen illegaler Preisabsprachen verhängt. Außerdem sind zehn Angestellte der Unternehmen zu einer Geldbuße von insgesamt 559.000 Euro verurteilt worden. Nach Ansicht des ersten Kartellsenates hatten die Unternehmen zwischen 1995 und 2000 die Mindestverkaufspreise für bestimmte Papiersorten regional abgesprochen. Obwohl der Kartellsenat bereits 1992 ein Preiskartell im Papiergroßhandel aufgedeckt hatte, hätten die Beteiligten wenige Jahre später erneut Preisabsprachen getroffen. Deswegen seien hohe Geldstrafen verhängt worden, um eine Abschreckungswirkung zu erzielen. Aus gut unterrichteten Quellen erfuhr die apr, dass damit zu rechnen ist, dass die Beklagten in die Revision gehen werden, allerdings scheint auch das Bundeskartellamt über eine Revision nachzudenken. G. B. | zurück zum Inhalt |
5. | Corenso kauft chinesischen Hülsenhersteller |
| Die Corenso United Oy Ltd, ein Tochterunternehmen der finnischen Firma Stora Enso, hat einen Vertrag zum Kauf eines in der Stadt Foshan (Stadtbezirk Nanhai) in der chinesischen Provinz Guangdong gelegenen Hülsenwerkes von der Foshan Huaxin New Materials unterzeichnet. Die derzeit bei den Regulierungsbehörden zur Genehmigung vorliegende Transaktion wird voraussichtlich im zweiten Quartal 2006 abgeschlossen. Corenso wird die Hülsenproduktion an den neuen Standort Sanshui in Foshan verlegen. 2007 wird das neue Werk seine Produktion aufnehmen und eine Produktionskapazität von 20.000 t Hülsen erreichen. Ähnlich wie das erste Jointventure von Corenso in Hangzhou wird auch das neue Werk verschiedene Hülsenarten produzieren. Corenso ist seit 2001 in China tätig. 2005 wurde die Hülsenfabrik in Hangzhou gebaut. Ziel des neuen Projektes ist es, den schnell wachsenden chinesischen Markt mit hochwertigen Hülsen und entsprechenden Serviceleistungen zu bedienen. Potenzielle Abnehmer der Produkte werden Hersteller von Papier, Karton, Kunststofffolien, flexiblen Verpackungen, Metallfolien und Garnen sein. | zurück zum Inhalt |
6. | Eigentümerwechsel bei der Firma Maria Soell |
| Die Maria Soell GmbH & Co. KG, Nidda, hat seit dem 1. April 2006 einen neuen Eigentümer. Stefan Steinmeier (48) übernahm zum 1. April 2006 von Marco Billeter alle Geschäftsanteile des Spezialisten für flexible Verpackung und Silikonpapiere. Er wird das in der hessischen Wetterau gelegene Untenehmen mit insgesamt 115 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von rund 26 Mio. Euro als allein verantwortlicher Geschäftsführer leiten. Der Diplomkaufmann verfügt über eine langjährige und breite Erfahrung bei der Führung von verschiedenen international tätigen Industrieunternehmen. Marco Billeter, der bisherige Eigentümer und Geschäftsführer der Maria Soell, ist sicher, in ihm einen Nachfolger gefunden zu haben, der den Verpackungsspezialisten in eine weiterhin erfolgreiche Zukunft führen wird. Stefan Steinmeier sieht Maria Soell dafür bestens gerüstet: "Das bewährte Produktionsprogramm werden wir hauptsächlich mit reinen Kunststoffverbunden erweitern. Die neue Kaschieranlage von Maria Soell und die qualifizierten Mitarbeiter eröffnen uns sehr interessante Perspektiven", so Billeter. | zurück zum Inhalt |
7. | Groupe Gascogne muss in 2005 hohe Verluste ausweisen |
| Als ein "Schlüsseljahr" für den Konzern bezeichnete François Vittoz das hinter ihm liegende Geschäftsjahr 2005. Der Vorstand der südwestfranzösischen Forstwirtschaftsgruppe Gascogne S.A. mit Sitz in Saint-Paul-lès-Dax bei Bordeaux musste eine negative Jahresbilanz vorlegen. Sie weist einen konsolidierten Nettoverlust von 26,2 Mio. Euro aus. Der Umsatz verringerte sich um 3,2% auf 602,4 Mio. Euro. Im Auslandsgeschäft büßte Gascogne 2,9% seines Umsatz ein, wovon auf den negativen Dollarkurseffekt 1,4 Mio. Euro entfallen. Das operative Ergebnis aus der normalen Geschäftstätigkeit ging von 12,9 Mio. Euro im Vorjahr auf 3 Mio. Euro zurück. "Andere Produkte und operative Belastungen" summierten sich auf 29,4 Mio. Euro. Neben den Folgen der Umstellung auf die neuen IFRS-Normen schlugen hierbei Rückstellungen von 13,2 Mio. Euro in Verbindung mit den jüngst von Brüssel verhängten Bußgeldern wegen Preisabsprachen sowie Restrukturierungskosten in Höhe von 6,7 Mio. Euro zu Buche. Dadurch ergaben sich beim operativen Resultat Verluste von 26.4 Mio. Euro. Das Finanzergebnis konnte die Gruppe dagegen durch weitere Entschuldung deutlich verbessern. Die Nettoverschuldung wurde um 10,2 Mio. Euro (minus 9,7%) auf 94,5 Mio. Euro gesenkt. Inbegriffen darin sind 3,9 Mio. Euro an Dividenden sowie die Kosten für die Übernahme des Sackherstellers Grande Sacherie de Radès. Das Verhältnis zwischen Nettoschuldenlast und Eigenkapital betrug Ende Dezember 58,2%. Im Holzgeschäft hatte die schwache Präsenz der Gruppe im Bereich von Produkten mit starker Wertschöpfung negative Auswirkungen. Der Umsatz ging um 5,8% zurück, das laufende operative Ergebnis von 5,2 auf 3,1 Mio. Euro. Gascogne ist dabei, diesen Konzernbereich neu auszurichten und damit auf einen Markt zu reagieren, der von abnehmender Nachfrage nach unverarbeitetem Holz geprägt ist. So wurde inzwischen am Standort Castets eine komplette Linie mit Parkett- und Panelenholz aufgelegt. Zukünftig will sich die Gruppe in dem Bereich als Anbieter von hochwertigen dekorativen Lösungen für Innen- und Außenböden und Mauern profilieren. Im Papiersektor - Gascogne ist ein führender Hersteller von glatten Kraftpapierqualitäten - nahm der Umsatz um 7,6% ab und erreichte nur noch 73,2 Mio. Euro. Das erste Halbjahr 2005 war gekennzeichnet durch rückläufige Preise und zunehmende Probleme im Bereich der Produktion, die im dritten Quartal einen längeren Maschinenstopp erforderlich machten. Trotz Einsparungen von 2,8 Mio. Euro im Zuge eines Kostensenkungsprogramms führte dies dazu, dass sich das laufende operative Ergebnis weiter verschlechterte und zwar von - 4,6 Mio. Euro im Vorjahr auf - 5,8 Mio. Euro. Positiv und weiteres Wachstum versprechend verlief die Entwicklung bei den Papierbeuteln. Die in der neuen Einheit "Gascogne Sack" zusammengefasste Produktion präsentiert sich heute europaweit als die Nummer Vier am Markt. Im September setzte Gascogne die Bemühungen um verstärkte Exportpräsenz fort und übernahm den tunesischen Beutelfabrikanten Grande Sacherie de Radès (GSR). Beim Industriebedarf kontrolliert dieser 30% seines Heimatmarktes. Im Segment "Beutel für Petfood" hofft die französische Gruppe, im Zuge der Ende 2005 erfolgten Einrichtung einer Kunststoffbeutel-Linie am Atlantikstandort Mimizan ihre entsprechende Führungsposition in Europa festigen zu können. Der Umsatz im Beutelgeschäft verringerte sich um 1,6% auf 105,4 Mio. Euro, wobei der erzielte Mengenzuwachs durch einen zeitweiligen Rückgang bei den Verkaufspreisen verdeckt wurde. Trotzdem sei der Bereich mit einem laufenden operativen Ergebnis von 6,4 Mio. Euro auf ein "gutes Niveau" gekommen. Bei den Verpackungskomplexen, also Verpackungsmaterialien aus Kunststoff und Papier und ähnliches, beklagte Gascogne einen Umsatzrückgang um 3,9% auf 171,2 Mio. Euro. Dies in Verbindung mit beträchtlichen Margeneinbußen durch gestiegene Rohstoff-, Energie- und Transportkosten schlug auf das operative Resultat mit einem Minus von 4 Mio. Euro durch; es war im Vorjahr mit plus 2,2 Mio. Euro noch positiv ausgefallen. Der Konzern kündigte für diesen Unternehmensbereich folgende Maßnahmen an: Neuorganisation der "vier business units". Erneuerung des Managements mit Ernennung von vier Generaldirektoren an der Spitze der jeweiligen Einheiten. Einen industriellen Restrukturierungsplan für 2006. Ein leichtes Plus von 0,4% auf 154,1 Mio. Euro konnte Gascogne beim Packbedarfsvertrieb verzeichnen, trotz eines wenig günstigen Konjunkturumfelds und bei laufendem internem Umbauprogramm: Sechs Vertriebsagenturen wurden geschlossen, 41 Arbeitsplätze damit gestrichen, Einkauf und Logistik wurden einer Zentraldirektion unterstellt. Bei leicht verminderter Bruttomarge konnte der Sektor den laufenden operativen Gewinn um 33% auf 4,6 Mio. Euro erhöhen und damit an sein Wiedererstarken in den beiden vorangegangenen Jahren anschließen. Für dieses Jahr steckte Groupe Gascogne folgende Perspektiven ab: Im Holzsektor soll sich die Vertriebsschlagkraft durch die Anfang des Jahres beschlossene Gründung einer speziellen Einheit namens "Gascogne Wood" erhöhen. Die Papierbranche steht unter einer neuen Leitung, die sie dank der im letzten Jahr angekündigten Maßnahmen wie Erhöhung der Maschinenverlässlichkeit, Investitionen in den Wartungsbereich und gezielte Preiserhöhungen in die Gewinnzone zurückbringen dürfte. Bei Beuteln stehen beschleunigtes Wachstum, die Festigung der Marktposition im Bereich des Bauwirtschaftsbedarfs, die genannten Anstrengungen im Petfood-Segment und weitere Zukäufe auf dem Programm. Rückkehr zur Rentabilität erhofft sich Gascogne für seine Verpackungskomplexe unter anderem durch die Schließung von zwei Standorten und die Reorganisierung von drei weiteren, ein gestraffteres Produktangebot und weitere Kosteneinsparungen. Der Umbau des Packmittelvertriebs wurde im vergangenen Jahr abgeschlossen, so dass die Zeichen dort nunmehr auf Wachstum stehen sollten. Alles in allem baut Groupe Gascogne ihre Zuversicht, wieder zu rentablen Wachstum zurückfinden zu können, auf ihre verbesserte Finanzstruktur. - jb | zurück zum Inhalt |
8. | Andritz AG kauft brasilianische Pilão S.A. |
| Die Grazer Andritz AG möchte die brasilianische Firma Pilão S.A. kaufen. Dadurch wird das österreichische Unternehmen sein Produktportfolio im Bereich Refinermahlplatten und konische Refinertechnologie erweitern und seine Präsenz auf dem südamerikanischen Markt verstärken. Über den Verkaufspreis haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Pilão beschäftigt 100 Mitarbeiter und hat sich auf die Niederkonsistenzmahlung einschließlich des nachgelagerten Services und Refinermahlplattengeschäfts spezialisiert. Insbesondere im Markt kleiner Papiermaschinen ist das Unternehmen sehr bekannt. Die geschweißten Mahlplattengarnituren sind auf die Anforderungen von konischen Refinern abgestimmt. Pilão erzielt über die Hälfte seines Umsatzes im Servicegeschäft, was dem Ziel von Andritz entspricht, das Servicegeschäft für Kunden der Papier- und Zellstoffindustrie weltweit zu verstärken. | zurück zum Inhalt |
9. | Finnische Wettbewerbsbehörde sieht Preisabsprachen bei der Rohholzbeschaffung |
| Der finnische Stora Enso-Konzern wurde von der finnischen Wettbewerbsbehörde zur Vorlage einer Gegendarstellung aufgefordert. Das Kartellamt hat offensichtlich Informationen, die auf mutmaßliche Preisabsprachen und einen vermeintlichen Informationsaustausch bei der Rohholzbeschaffung in Finnland deuten. Stora Enso wird der Sache nachgehen und danach eine eigene Darstellung der Angelegenheit vorlegen. Die Gegendarstellung soll dem Kartellamt spätestens am 15. Mai 2006 vorliegen. UPM-Kymmene, Stora Enso und Metsäliitto stehen alle unter Verdacht, in den Jahren 1997 bis 2004 bei der Rohholzbeschaffung hinsichtlich der Preise zusammengearbeitet und sich damit gemäß Wettbewerbsbeschränkungsgesetz sowie gemäß Artikel 81 des EU-Gründungsvertrags verbotener Preisabsprachen und eines verbotenen Informationsaustausches schuldig gemacht zu haben. Laut Wettbewerbsbehörde wird nach Vorlage der Gegendarstellungen der Unternehmen entschieden, ob die Angelegenheit einem Kartellgericht übergeben wird. Aufgrund der Aufforderung zur Vorlage einer Gegendarstellung lässt sich die Höhe einer eventuellen Rückstellung nicht beurteilen, so dass Stora Enso diesbezüglich keine Rückstellungen gebildet hat. | zurück zum Inhalt |
10. | Exacompta Clairefontaine kündigt Restrukturierungen an |
| Der französische Hersteller von Schreib- und Druckpapier für Papeteriebedarf, die Firma Exacompta Clairefontaine, hat wegen anhaltend unsicherer Geschäftsentwicklung und sinkender Margen Maßnahmen zur Umstrukturierung angekündigt. Hintergrund ist das jüngste Jahresergebnis des Unternehmens. Es weist als Nettogruppengewinn nur noch 3,045 Mio. Euro aus gegenüber 17,33 Mio. Euro im Vorjahr. Der Betriebsgewinn verringerte sich von 30,398 Mio. Euro auf 8,114 Mio. Euro, das operative Ergebnis von 29,471 Mio. Euro auf 7,392 Mio. Euro. Der Umsatz sank um 90,33 Mio. Euro auf 501,351 Mio. Euro. Der Verwaltungsrat weist darauf hin, dass sich der wirtschaftliche Kontext im letzten Jahr noch weiter verschlechtert habe und führt als Gründe dafür die gestiegenen Rohstoffkosten, Energiepreise und Logistikausgaben, aber auch die "harte internationale Konkurrenz" an. Das Ergebnis sei ein neuerlicher Rückgang der Margen. Die Perspektiven für dieses Jahr bezeichnet der Rat als "weiterhin unsicher". - jb | zurück zum Inhalt |
11. | Wechsel in der Geschäftsführung von Schneidersöhne |
| Zum 15. Mai wird die Geschäftsführung von Schneidersöhne neu besetzt. Zu neuen Geschäftsführern der Schneidersöhne Deutschland GmbH & Co. KG werden Boris Borensztein (50) für die Bereiche Beschaffung und Vertrieb sowie Robert Matzke (40) für die Bereiche Personal, Finanz- und Rechnungswesen, Controlling und Materialeinkauf berufen. Boris Borensztein ist seit 1984 bei Schneidersöhne in verschiedenen Führungspositionen tätig; zuletzt als Gesamtvertriebsleiter Deutschland. Robert Matzke kommt von Stora Enso und war seit 1984 im Werk Kabel beschäftigt. Er verlässt nun seine Position als Leiter der Betriebswirtschaft, um die neue Aufgabe bei Schneidersöhne in Ettlingen zu übernehmen. |  | | Boris Borensztein | Robert Matzke |
Der bisherige Geschäftsführer der Schneidersöhne Deutschland, Rainer Köster (57), wird zum Geschäftsführer der Holdinggesellschaft Schneidersöhne GmbH bestellt. Er ist gleichzeitig Senior Vice President von Papyrus Central Europe und hat damit die Verantwortung für die Papyrus-Aktivitäten in Deutschland, Schweiz, Österreich und Italien. | zurück zum Inhalt |
12. | Aus Schäfer KG wird SchäferRolls |
| Die Schäfer KG und Schäfer Composites GmbH in Renningen sowie Sava-Schäfer d.o.o. in Kranj (Slowenien) ändern ihre bekannten Markennamen und treten mit sofortiger Wirkung unter der gemeinsamen Dachmarke SchäferRolls auf. Dabei bleiben die einzelnen Unternehmen in ihrer Rechtspersönlichkeit und damit auch die Firmennamen im handelsrechtlichen Sinne unverändert. Grund für die Einführung der Dachmarke war vielmehr ein über die letzten Jahre ständig erweitertes Leistungs- und Produktspektrum. Schäfer hat sich vom reinen Walzenbeschichter zum Lieferanten von kompletten Walzensystemen mit allen Serviceleistungen rund um die Walze entwickelt. Neben hochwertigen Gummiwerkstoffen kommen inzwischen auch Polyurethan und Compositewerkstoffe zum Einsatz. Weitere Beschichtungswerkstoffe sind in der Entwicklung. SchäferRolls sieht sich in der Papierindustrie künftig also als Anbieter ganzheitlicher Leistungen rund um die Walze. Darüber hinaus trägt der Name auch der zunehmenden Internationalisierung der beteiligten Unternehmen Rechnung. Schäfer KG, Schäfer Composites GmbH und Sava-Schäfer d.o.o. setzen mit SchäferRolls konsequent auf Synergie durch gemeinsame Entwicklung und Produktion mit derzeit ca. 200 Mitarbeitern und einer Produktionsfläche von 20.000 m² an den Standorten Renningen und Kranj (Slowenien). Mit dem Ausbau des Vertriebsnetzes über Europa hinaus sollen rund um den Globus weitere Märkte erschlossen werden. | zurück zum Inhalt |
13. | Führungswechsel in der REFA-Branchenorganisation Papier |
| Auf der 104. Sitzung der REFA-Branchenorganisation Papier (BOP) vom 24. bis 25. März 2006 wurde Bernardin Erdmann (freier Unternehmensberater) einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt. Er verfügt über langjährige Erfahrung aus der Leitung der Abteilung "Arbeitsorganisation" in einem Unternehmen der Papier erzeugenden Industrie. Als zweiter Stellvertreter des Vorsitzenden wurde ebenfalls einstimmig Mario Schnurr aus dem Hause Papierfabrik August Koehler gewählt. Zusammen mit dem weiterhin amtierenden ersten Stellvertreter Klaus Böse (Duropack Wellpappe Ansbach) verfügt die BOP damit über ein interdisziplinär aus der Papier erzeugenden und Papier verarbeitenden Industrie zusammengesetztes Führungsteam. Der neu gewählte Vorstand (v.l.n.r.):Klaus Böse, Mario Schnurr, Markus Erlewein, Bernardin Erdmann. |
Im Rahmen eines festlichen Abendessens wurde Peter Groß nach über zehn Jahren als Vorsitzender der BOP verabschiedet. Der Aufsichtsratsvorsitzende des REFA-Bundesverbandes, Frank Pöschel, ernannte Peter Groß zum Ehrenmitglied des REFA-Bundesverbandes und zum Ehrenvorsitzenden der Branchenorganisation Papier. Der stellvertretende BOP-Vorsitzende Klaus Böse betonte in seiner Laudatio Peter Groß' unermüdlichen Einsatz für REFA und hob die Vorreiterrolle der BOP bei innovativen Lernformen wie dem "Virtuellen Fachlehrgang Papier" als Internetlehrgang hervor. BOP-Geschäftsführer Markus Erlewein bedankte sich für die gute Zusammenarbeit und überreichte als Abschiedsgeschenk eine wertvolle Keramikkachel mit dem "Ochsenkopf" genannten Papiermacherwappen. Die diesjährige REFA-Bundestagung der Branchenorganisation Papier findet am 21. und 22. September 2006 in Passau statt mit dem Kernthema "Planen, Organisieren und Führen - mit System!". Die Betriebsbesichtigungen führen nach Plattling zur MD Papier GmbH und zur Smurfit Kappa GmbH Wellpappenwerk Plattling. | zurück zum Inhalt |
14. | Palm baut Gleisanschluss in Eltmann |
| Die Aalener Palm-Gruppe möchte in ihrem Zeitungsdruckpapier-Werk Eltmann einen Gleisanschluss bauen. Dadurch sollen Transporte von der Straße auf die Schiene verlagert werden. Außerdem will Palm ein Heizkraftwerk errichten, um damit von den Stromlieferungen der Firma EON, die bisher Lieferant bei Palm ist, unabhängig zu werden. Baubeginn für das neue Kraftwerk, das auf Basis einer Gasturbine Strom herstellt und mit der Abwärme den Dampf liefert, ist vermutlich der November 2006, die Inbetriebnahme das vierte Quartal 2007. Insgesamt möchte die Palm-Gruppe 45 Mio. Euro in diese beiden Projekte investieren. | zurück zum Inhalt |
15. | Neuorganisation bei Trierenberg |
| Der international tätige Trierenberg-Konzern hat sich mit den Geschäftsbereichen Papier und Druck neu aufgestellt. Vorstand der neu geschaffenen Papiergruppe sind Dr. Martin Zahlbruckner und Dr. Clemens Bülow. Die im Familieneigentum stehende Trierenberg-Gruppe wurde nach gründlicher Vorbereitung in zwei weiterhin weltweit führende Unternehmen, die Papiergruppe und die Druckgruppe, aufgegliedert. Die Sparte Druckverarbeitung wird der bisherige Vorstandschef Christian Trierenberg übernehmen. Die Erzeugung behält seine Stiefmutter mit ihren zwei Stiefsöhnen. Die beiden rechtlich selbstständigen Unternehmensgruppen verbleiben weiterhin im Privateigentum der Familie Trierenberg. Die Papiergruppe produziert an den Standorten, Dr. Franz Feurstein Ges.m.b.H. (Traun), Papierfabrik Wattens G.m.b.H. & Co.KG (Wattens), Papierfabrik OP papírna, s.r.o. (Tschechien), Papierfabrik Tervakoski OY (Finnland), DUNACELL Kft. (Ungarn) und DUNAFIN Kft. (Ungarn) Spezialpapiere und Spezialfasern mit einem Jahresumsatz von ca. 420 Mio. Euro. Die Papiergruppe beschäftigt weltweit rund 1700 Mitarbeiter und liefert in über hundert Länder. Die Papiergruppe wird unter dem neuen Vorstand den Spezialisierungs- und Wachstumskurs fortsetzen. So wurde vor kurzem ein Jointventure für die Erzeugung von Zigarettenfilterpapier in China vereinbart. Zum Vorstandsvorsitzenden wurde Dr. Martin Zahlbruckner bestellt. Als Vorstand für Produktion und Technik der Papiergruppe ist Dr. Clemens Bülow verantwortlich. | zurück zum Inhalt |
16. | Umsatz bei Cham Paper fällt |
| Die zur Schweizer Industrieholding Cham gehörende Cham Paper Group musste im Jahr 2005 einen Umsatzrückgang auf 407,8 Mio. sfr (i. Vj.: 425,1 Mio. sfr) hinnehmen. Dabei fiel der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen um fast 15 Mio. sfr auf 36,6 Mio. sfr. Ursächlich für den Umsatzrückgang ist vor allem der Verkauf des Tapetenrohpapiergeschäfts. Berücksichtigt man den Wegfall dieses Bereichs, so erzielte Cham Paper im Umsatz ein Plus von 2,4%. Trotz hinzugewonnener Marktanteile wirkten sich steigende Energiekosten und höhere Rohmaterialkosten insgesamt negativ aus. Erschwerend kam hinzu, dass es im Werk Hunsfos in Norwegen zu Produktionsunterbrechungen kam. Diese wurden durch technische Schwierigkeiten beim Ersatz eines Zylinders in der Papiermaschine verursacht. Insgesamt lag der Nettojahresgewinn im Bereich Papier nur noch bei 1,7 Mio. sfr (i. Vj.: 6,5 Mio. sfr). Im laufenden Geschäftsjahr 2006 sieht sich Cham Paper mit einem ähnlich schwierigen Umfeld konfrontiert wie in 2005. Rohstoff- und Energiepreise seien bereits weiter gestiegen. Notwendig sei es nun, zu höheren Margen zurückzufinden und den Betriebsgewinn zu steigern. | zurück zum Inhalt |
17. | Scheufelen erhält Preis für Wandkalender |
| Die Oberlenninger Papierfabrik Scheufelen hat vom renommierten Art Director Club (ADC), Berlin, eine Silbermedaille für ihren Wandkalender "Nonplusultra" erhalten. Den Sonderpreis erhielt das Unternehmen für herausragende Gestaltung und Produktion. Insgesamt wurden über 6000 Objekte eingereicht. Nach der Goldmedaille im Januar dieses Jahres bei der weltgrößten Internationalen Kalenderschau in Stuttgart sowie einem Preis des ADC in New York, erhielt der Wandkalender einen so genannten silbernen Nagel in der Kategorie Design. Das zum 150. Firmenjubiläum des Unternehmens im Jahr 2005 publizierte Jubiläumsbuch erhielt den Kreativ-Preis in Bronze für Typographie. Zuständig für die prämierten Objekte war die Agentur Strichpunkt, Stuttgart. | zurück zum Inhalt |
18. | Sorge beim bvse wegen Hinweisen über DSD-Verkauf |
| Mit großer Sorge reagiert der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. (bvse) auf Informationen, nach denen sich ein neuer Branchenriese im Entsorgungs- und Recyclingmarkt aufstellt. Laut bvse verdichten sich die Hinweise darauf, dass die DSD GmbH an den selben Investmentfonds veräußert werden soll, der bereits Eigentümer der Firmen Sulo/Altvater und Cleanaway ist. Damit würde die Branche nach Meinung des bvse eine weitere Fusionswelle erleben. "Die Marktkonzentration geht ungebremst weiter", stellt bvse-Hauptgeschäftsführer Hans-Günter Fischer fest, der weitere wettbewerbsverzerrende Auswirkungen für die mittelständischen Unternehmen und mittelfristig steigende Preise für Gewerbe und Bürger befürchtet. Ein Unternehmen, das als Systemträger marktbeherrschend im Verpackungsbereich und gleichzeitig bundesweit in der Logistik und Aufbereitung aufgestellt wäre, sowie über Verbrennungskapazitäten verfügte, würde einen Verdrängungswettbewerb entfachen, dem nach Ansicht des bvse viele Recycling- und Entsorgungsbetriebe zum Opfer fallen würden. Hunderte von mittelständischen Recycling- und Entsorgungsunternehmen wären über die DSD-Verträge mit einem Schlag quasi Subunternehmer des neuen Branchenriesen. Angesichts der gerade begonnenen neuen DSD-Ausschreibungsrunde sei diese Entwicklung von "extrem hoher Brisanz". Fischer verwies darauf, dass die neuen Eigentümer im Rahmen der intransparenten Nachverhandlungen und der damit verbundenen Auftragsvergaben ihren Einfluss ausüben könnten. Schon jetzt habe die Sulo/ Altvater/Cleanaway-Gruppe nach bvse-Schätzungen mit rund 25% den größten Anteil an den DSD-Verträgen. Fischer kündigte an, mit allen Mitteln gegen diese mögliche Übernahme anzukämpfen. Der bvse werde alles daran setzen, dass kein großes Entsorgungsunternehmen - direkt oder indirekt - Eigentümerin der im Verpackungsbereich absolut marktbeherrschenden DSD GmbH wird. Dabei verweist der bvse-Hauptgeschäftsführer auf die Auffassung des Kartellamtes, das in der Vergangenheit darauf drängte, dass die Entsorgungswirtschaft aus dem Eigentümerkreis und den Aufsichtsgremien der damaligen DSD AG ausschied. | zurück zum Inhalt |
19. | Interseroh gründet Auslandstöchter |
| Die ISR Interseroh Rohstoffe GmbH, seit dem 1. Juli 2005 die Führungsgesellschaft der Interseroh-Gruppe für alle Rohstoffaktivitäten in den Bereichen Altpapier, Altkunststoffe und Altholz, hat ihre Vermarktungs- und Beschaffungsaktivitäten für die Sekundärrohstoffe Altpapier und Altkunststoffe erweitert. Ziel sei es, künftig mehr Sekundärrohstoffe zu besseren Konditionen zu erfassen und weltweit zu handeln, erklärte der für das Rohstoffgeschäft verantwortliche Vorstandsvorsitzende der Interseroh AG, Dr. Werner Kook. Derzeit wird der Ausbau der Interseroh-Rohstoffaktivitäten gleich in mehreren europäischen Ländern koordiniert vorangetrieben. Aktuell ist die ISR Italia SRL in Venedig gegründet worden, die mit einem spürbaren Beitrag zur Gesamttonnage einen deutlichen Schritt in Richtung einer europaweiten Organisation im Bereich Rohstoffhandel markieren soll, so Kook. Neben der neuen Rohstofftochter in Italien zählt Interseroh zusätzlich zu ihrer flächendeckenden Präsenz in Deutschland vor allem in Frankreich mit sieben spezialisierten Altpapierstandorten zu den Führenden in diesem Rohstoffsegment. "Mit der weltweiten Bündelung unserer Vermarktungsaktivitäten und konsequentem Key Account Management haben wir uns insbesondere gegenüber der zunehmend international operierenden Papierindustrie noch besser aufgestellt. Durch die Konzentration sind wir bestrebt, Preisvorteile für unsere Kunden im Papier- und Kunststoffbereich zu generieren", sagte Kook. "Während gerade die asiatische Papier- und Kunststoffindustrie Europa längst als einheitliche Beschaffungsquelle nutzt, denken viele europäische Marktteilnehmer immer noch in vornehmlich nationalen und regionalen Strukturen." Mit dem Aufbau eines engmaschigen Netzes von Regionalverantwortlichen sei neben der Vermarktung auch die Beschaffung der Rohstoffe professionalisiert worden. "Um unsere Lieferkunden noch kompetenter vor Ort zu bedienen, haben wir die Anzahl der Einkäufer im Außendienst europaweit in den letzen sechs Monaten verdoppelt und die beiden Bereiche Altpapier und Altkunststoffe stärker miteinander verzahnt", erläutert ISR-Geschäftsführer Dr. Eric Bernhard, "schließlich fallen die unterschiedlichen Fraktionen oftmals beim gleichen Kunden an." Ergänzend zur Optimierung der Beschaffungs- und Vermarktungsstrukturen fasst die ISR die Logistik im Rohstoffbereich in einer europaweit einheitlichen Logistikplattform zusammen, zu der allein im Überlandverkehr mehr als 150 Speditionen gehören. | zurück zum Inhalt |
20. | International Paper bricht mit vertikaler Integration - Der US-Konzern hat 85% seines Forstbesitzes verkauft |
| Die US-Gruppe International Paper (IP), umsatzstärkster Papierhersteller, hat für 6,5 Mrd. US-$ 85% ihres bisherigen Waldbestandes an private Investoren und Umweltorganisationen verkauft, wie die internationale Finanzpresse berichtet. Auch von den noch verbliebenen Forstflächen soll sie sich trennen wollen. Der Konzern bricht damit mit dem skandinavischen Modell der vertikalen Integration im Bereich der Papierindustrie, hat allerdings nicht alle Brücken abgebrochen, sondern mit den beiden privaten Investoren eine Zehn-Jahres-Übereinkunft für die Versorgung mit Frischfasern geschlossen. IP will Liquidität gewinnen und hatte deshalb schon im letzten Jahr entschieden, sich zunächst auf die Bereiche gestrichene Papiere und Verpackungen zu konzentrieren. Ob der Letztere und die Kraftpapieraktivitäten ebenfalls abgestoßen werden sollen, ist momentan Gegenstand einer strategischen Gesamtüberprüfung. - jb | zurück zum Inhalt |
I. | |
| Die Geschäftsleitung der Firma Myllykoski wurde erweitert. Vorsitzender bleibt Bernhard Ludwig. Günter Kraus, verantwortlich für den Bereich Finanzen, ist weiterhin sein Stellvertreter. Unterstützt werden beide von Klemens Gottstein, zuständig für den Bereich Operations, Alfonso Sciullo, zuständig für den Bereich Marketing, und Oliver Söder, zuständig für den Bereich Sourcing. | zurück zum Inhalt |
II. | |
| Deutschland Im Paper Technology Center der Firma Voith in Heidenheim gelang es erstmals, Papier mit einem Gewicht von 52 g/m2 bei einer Geschwindigkeit von 1244 m herzustellen. Die Anlage soll nach erfolgreichem Anlauf in der Lage sein, Papier bei mehr als 2000 m/min herzustellen. Die Siebbreite liegt bei 1,20 m, die Papierbreite bei 80 cm. Die Inbetriebnahme erfolgt damit sieben Wochen vor der offiziellen Einweihung des neuen Papierversuchszentrums von Voith. Der Sanierungsplan der insolventen Papierfabrik Salach, Salach bei Göppingen, sieht vor, dass 25 der 220 Beschäftigten entlassen werden. Nach Aussage von Insolvenzverwalter Werner Schneider ist es Ziel, das Unternehmen möglichst bald an einen Investor zu verkaufen. Sowohl inländische wie auch ausländische Interessenten aus der Papierbranche stehen in Verhandlungen mit Schneider. Zurzeit fließen die üblichen Insolvenzgelder, so dass die Produktion wieder reibungslos läuft. Seit Ende Februar hat der ortsansässige Energieversorger dem Unternehmen keine Energie mehr geliefert. Die Antalis GmbH, Köln, einer der führenden deutschen Feinpapiergroßhändler, möchte zum 2. Mai ihre Preise für Büropapiere um 30 bis 40 Euro pro Tonne anheben. Das Unternehmen verweist darauf, dass die großen Feinpapierproduzenten seit Herbst 2005 Preiserhöhungen wegen nachhaltig steigender Rohstoff- und Energiekosten durchgeführt haben. Europa Die Firma Sappi Fine Paper Europe will die Preise für alle Etikettenpapiere, Weichpackungen und Release Liner-Sorten zwischen 5% und 7% je nach Absatzregion und Produkttyp erhöhen. Die neuen Preise sollen für Lieferungen ab dem 2. Mai 2006 für alle europäischen und Überseemärkte gelten. Sappi weist darauf hin, dass die Papierindustrie derzeit mit massiven Kostenerhöhungen bei Rohstoffen und Energie zu kämpfen hat. Trotz der hohen Kapazitätsauslastung sei die Profitabilität auf ein nicht zu akzeptierendes tiefes Niveau gefallen. Wo es die Verträge erlauben, möchte die Firma Eka Chemicals mit sofortiger Wirkung die Preise für Natriumchlorat in Europa erhöhen. "Diese Preisanpassung ist notwendig, um die Nachhaltigkeit im Natriumchloratgeschäft langfristig zu sichern", erklärt Lennart Nilsson, Leiter Einkauf und Marketing bei Eka. "In den letzten fünf Jahren sind die Kosten für eletrischen Strom ständig gestiegen, deshalb bleibt uns nichts anderes übrig. Da Strom einen großen Teil unserer Produktionskosten bei Natriumchlorat ausmacht, kann durch eine Verbesserung der Effizienz dieses neue Kostenniveau nicht kompensiert werden." Norwegen Der norwegische Norske Skog-Konzern hat Anschuldigungen indischer Parlamentarier zurückgewiesen, die behaupten, der Konzern sei in ein illegales indisches Kartell verstrickt, um die Papierpreise hochzutreiben. "Wir sehen diese Anschuldigung als grundlos an", so Hanne Aaberg, Senior Vice President für Unternehmenskommunikation bei Norske Skog. Nach Schätzungen des Zellstoff- und Papierprodukterates stieg die Nachfrage in Indien nach Zeitungsdruck vom Jahr 2004 auf 2005 um 13%. Der Marktanteil von Norske Skog liegt bei 5%. Die Zeitungsdruckpapierpreise in Indien seien gleichhoch wie in den USA und stiegen um 12% verglichen mit 13% in Amerika. Es gebe zwar ernsthafte Untersuchungen, so Aaberg, aber Norske Skog ist zuversichtlich, dass diese grundlos sind. Das Unternehmen möchte mit den Parlamentariern direkt reden. Österreich Die österreichische Altpapier-Recycling-Organisationsgesellschaft (ARO) weist darauf hin, dass im Jahr 2005 insgesamt 87% aller Verpackungen aus Papier, Karton, Pappe und Wellpappe wiederverwertet wurden. Die pro Kopf eingesammelte Altpapiermenge erhöhte sich damit von 66,4 kg auf 68,3 kg im Jahr 2005. | zurück zum Inhalt |
III. | |
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Bezugspreis (Jahresabonnement): | Inland: Euro 190,- incl. Versandkosten und gesetzl. MwSt. Ausland: Euro 220,- incl. Versandkosten. Ermäßigung für Schüler, Studenten und Azubis (gegen entsprechenden Nachweis): 50% auf den Nettobezugspreis. | Erscheinungsweise: (130. Jahrgang) | | apr Magazin und elektronische Ausgabe: | | - | monatlich 3 Ausgaben | | - | 1 x apr Magazin und | | - | 2 x apr PAPIERZEITUNG per eMail | | plus apr Extraheft WELLPAPPE | | - | jährlich 12 Ausgaben | | - | 6 x apr Extraheft WELLPAPPE und | | - | 6 x apr WELLPAPPE per eMail |
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| Vorschau apr MAGAZIN, Nr. 05/06erscheint am 03.05.2006 Anzeigen- schluss: 19.04.2006
aus dem Inhalt: | Prozess- automatisierung und Überwachung | Bestellen Sie hier Ihr kostenloses Probeheft Vorschau EXTRAHEFT WELLPAPPE 3/2006 erscheint am 07.06.2006 Anzeigen- schluss: 19.05.2006 |
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| Vorschau apr MAGAZIN, Nr. 05/06 |
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