Allgemeine Papier-Rundschau
131. Jahrgang

16. Februar 2007

Erscheint 2 x im Monat

INHALT
1.
Novelle der Verpackungsverordnung: HPV lehnt Vollständigkeitserklärungen und gewerbliche Verwertungssquoten ab
2.
bvdm warnt: Lohnforderungen der Metaller kein Maßstab für Druckindustrie
3.
Frankreichs Papierindustrie schöpft wieder Hoffnung
4.
SCA-Standort Roanne geht an britische Firma LPC
5.
Bayerische Papierindustrie startet Forschungsprojekt im Umweltpakt Bayern
6.
Frank Köther 80 Jahre
7.
UPM erwirtschaftet hohen Quartalsgewinn - 2006 mit besserem Ertrag
8.
Norske Skog investiert 45 Mio. Euro in Werk Skog Skogn
9.
Deutlicher Umsatzzuwachs und fast 600 Mio. Euro Nachsteuergewinn bei Stora Enso
10.
Bolton Works nimmt als PMT Industries Limited operatives Geschäft wieder auf
apr Aktuell - apr Aktuell - apr Aktuell

Emin Leydier: Vorrang für Schuldenabbau


I.
Personalia
II.
Kurz notiert
III.
Impressum
IV.
Infos, Nutzungsrechte etc.

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1.
Novelle der Verpackungsverordnung: HPV lehnt Vollständigkeitserklärungen und gewerbliche Verwertungsquoten ab

In der aktuellen Diskussion um die Novellierung der Verpackungsverordnung hat sich der Hauptverband Papier- und Kunststoffverarbeitung (HPV) klar positioniert. Die Pläne des Bundesumweltministeriums (BMU), auch die Hersteller von Verpackungen zu so genannten Vollständkeitserklärungen über die Vertriebs- und Entsorgungswege von Verpackungen zu verpflichten, werden vom HPV abgelehnt. Die Vertriebswege von Verpackungen aus Papier, Karton und Pappe sind äußerst vielfältig und können von den Verpackungsherstellern nicht überblickt werden. Der HPV kritisiert weiter die Forderung nach Verwertungsquoten für die gewerbliche Verpackungsentsorgung. Unter Hinweis auf die seit langer Zeit existierenden marktwirtschaftlichen Entsorgungsstrukturen für Verpackungsaltpapier in Industrie, Handel und Gewerbe und den erreichten Recyclingquoten bis zu 100% würden staatliche Regelungen lediglich zu neuen bürokratischen Belastungen führen, ohne einen zusätzlichen Beitrag zur Abfallvermeidung zu leisten. Positiv bewertet der HPV hingegen die Begrenzung der Definition "private Endverbraucher" auf die privaten Haushaltungen und hat dem BMU seine Unterstützung bei der Entwicklung praktikabler Kriterien zur Abgrenzung zwischen privaten und gewerblichen Anfallstellen gebrauchter Verpackungen zugesagt.

Seit Sommer vergangenen Jahres wird intensiv über eine erneute Novelle der Verpackungsverordnung diskutiert. Der HPV hat sich seit Beginn an der Debatte aktiv beteiligt und seine Position deutlich gemacht. Vor allem die Verpflichtung zu so genannten Vollständigkeitserklärungen sowie die Forderung nach Verwertungsquoten für die gewerbliche Entsorgung gebrauchter Verpackungen stoßen auf massive Kritik der Interessenvertretung. Mit den Vollständigkeitserklärungen sollen Hersteller und Vertreiber von Verpackungen verpflichtet werden, Angaben über die in Verkehr gebrachten Verpackungsmengen und -arten zu machen. Weiter sollen sie erklären, welcher Anteil davon bei privaten bzw. bei gewerblichen Endverbrauchern anfällt, und bei welchen haushaltsnahen Sammelsystemen die Verpackungen lizenziert sind.

Die Hersteller der Verpackungen würden damit in eine Pflicht genommen, die sie in der Praxis nicht erfüllen können, so der HPV. Die Vertriebswege von Verpackungen aus Papier, Karton und Pappe sind äußerst vielfältig und können von den Verpackungsherstellern nicht abschließend überblickt bzw. beeinflusst werden. So ist dem Verpackungshersteller nicht bekannt, ob die Verpackung nach ihrer Befüllung durch das abfüllende Unternehmen überhaupt in den deutschen Markt und damit in den Geltungsbereich der Verpackungsverordnung gelangt oder ob sie exportiert wird. Noch weniger ist ihm bekannt, welche Vertriebswege die Verpackung vom Abfüller über den Groß- und Einzelhandel zum privaten oder gewerblichen Endverbraucher nimmt. Und schließlich kennt der Verpackungshersteller auch nicht die Lizenzierungsvereinbarungen der abfüllenden Unternehmen oder des Handels mit einzelnen Sammelsystemen, begründet der HPV seine Ablehnung.

Der HPV plädiert dafür, in den für Ende Februar angekündigten Referententwurf zur Novelle der Verpackungsverordnung eine eindeutige Klarstellung zu treffen, dass die Pflicht zur Vollständigkeitserklärung für den Letztvertreiber gilt, der am nächsten beim Endverbraucher ist und somit die verlangten Informationen am ehesten zuverlässig geben kann.

Die Forderung nach Verwertungsquoten für die gewerbliche Entsorgung von Verpackungen lehnt der HPV ebenfalls ab. Gerade für Verpackungen aus Papier, Karton und Pappe existierten dezentrale, marktwirtschaftlich funktionierende Entsorgungsstrukturen, die auch ohne Vorgabe gesetzlicher Verwertungsziele und -quoten zu einer Wiederverwertung von Verpackungen aus Papier, Karton und Pappe von bis zu 100% geführt hätten.

Das grundsätzliche umwelt- und abfallpolitische Ziel der Verpackungsverordnung - Abfallvermeidung und Wiederverwertung gebrauchter Verpackungsmaterialien - werde bei Verpackungen aus Papier, Karton und Pappe somit seit langem erfüllt, wozu gerade die gewerbliche Entsorgung maßgeblich beitrage. Schon lange vor der Verpackungsverordnung von 1991 existierte ein Markt für Verpackungsaltpapier. Auf diesem haben die Marktteilnehmer bewiesen, dass marktwirtschaftliche Lösungen gesetzlichen Erfassungs- und Verwertungsquoten weit überlegen sind, so der HPV.

Verwertungsquoten für die gewerbliche Entsorgung von Verpackungen (gewerbliche Verkaufsverpackungen und Transportverpackungen) aus Papier, Karton und Pappe würden außerdem nach Auffassung des HPV dem Ziel der Bundesregierung zu Bürokratieabbau massiv widersprechen und neue bürokratische Belastungen ohne tatsächlichen Nutzen für die Umwelt schaffen. Vor diesem Hintergrund stellt der HPV grundsätzlich in Frage, ob es für Verpackungen aus Papier, Karton und Pappe überhaupt Regelungsbedarf im Rahmen einer Verpackungsverordnung gibt.

Der HPV begrüßt die neue Definition der "privaten Endverbraucher" und deren Beschränkung auf private Haushaltungen. Nur durch eine deutliche Trennung zwischen gewerblichen und privaten Anfallstellen gebrauchter Verpackungen könnten den betroffenen Wirtschaftskreisen klare und eindeutige Pflichten und Verantwortlichkeiten zugeordnet und damit das so genannte "Trittbrettfahrerproblem" beseitigt bzw. verringert werden. Zu diesem Zweck unterstützt der HPV das BMU bei der Entwicklung praktikabler Kriterien zur Abgrenzung zwischen den Anfallstellen.

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Emin Leydier: Vorrang für Schuldenabbau

Trotz um 30% auf 300 Mio.Euro gestiegener Umsätze hat die französische Papier- und Wellpappengruppe Emin Leydier in Oyonnax auch das letzte Geschäftsjahr noch einmal mit Verlusten in noch nicht genannter Höhe abgeschlossen. Die Gruppe habe sich deshalb das Ziel gesetzt, bis Ende nächsten Jahres die Verschuldung bis unter die Eigenkapitalhöhe zu senken.

Abschreibungen, Schuldendienst und niedrige Margen im Wellpappenbereich sind nach Aussage von Unternehmenschef Philippe Leydier die Hauptgründe dafür, dass die Bilanz 2006 negativ ausgefallen ist. Die beträchtliche Zunahme beim Umsatz zeige aber, dass der vor fünf Jahren aufgelegte Investitionsplan in Höhe von 210 Mio. Euro gut kalkuliert und zeitlich ebenso gut terminiert worden sei. In den letzten beiden Jahren hat Emin Leydier überdies 160 neue Mitarbeiter eingestellt.

Trotz der inzwischen um 2 Mio. jato erhöhten Produktionskapazität in Europa hat sich im Bereich Wellpappenrohpapiere das Verhältnis von Angebot und Nachfrage zu Gunsten der Hersteller entwickelt, sagte Leydier. Obgleich die Märkte in Osteuropa eine starke Nachfrage zeigten, wolle sich die von ihm geführte Familiengruppe eher auf Westeuropa konzentrieren und lediglich in Ungarn und Polen einige Kunden beibehalten.

Die erst Mitte April 2005 in Betrieb genommene neue Papierfabrik in Nogent-sur-Seine (Champagne) ist sicher der Hauptgrund dafür. Sie stellt Rohpapiere mit besonders leichten, zugleich sehr leistungsstarken Grammaturen her, ist auf eine Jahreskapazität von 300.000 t ausgelegt und arbeitet zurzeit mit einer Auslastung von 85%. Dass sie noch keine 100% erreicht hat, erklärte Philippe Leydier mit Ausbildungsproblemen. Das dortige Personal habe die Anlagen noch nicht voll im Griff. Auf mögliche Engpässe in Bezug auf die Rekrutierung geeigneten Fachpersonals hatte der Konzernchef schon vor der Einweihung des Standorts hingewiesen. Ende dieses oder Anfang kommenden Jahres werde man jedoch die Vollauslastung erreicht haben.

Die gestiegenen Energiekosten konnte Emin Leydier im vergangenen Jahr durch einen 30%-igen Anstieg bei den Verkaufspreisen für Wellpappenrohpapiere ausgleichen. Weniger günstig entwickelte sich die Kosten- und Gewinnrelation jedoch im Wellpappenbereich: "Vordringlich in diesem Jahr ist für uns, die Kunden dazu zu bewegen, dass sie Preisanhebungen akzeptieren." In diesem Sektor betreibt Emin Leydier fünf Standorte, die ausschließlich französische Abnehmer beliefern. Der Ausstoß lag 2006 um 4% höher als im Vorjahr und damit um 2,5% über dem Marktdurchschnitt. Am stärksten stieg die Nachfrage seitens der heimischen Lebensmittelindustrie und des Bäckerei/Konditorei-Gewerbes. Ein neues Wachstumspotenzial sieht Philippe Leydier im immer mehr boomenden Internetverkauf. Die vorgenannten Zahlenangaben wurden der apr auf Nachfrage von Konzernsprecher Patrick Aubague bestätigt. Mit einer Bekanntgabe der Gewinn- bzw. Verlustzahlen dürfe die Presse allerdings nicht rechnen, da die Gruppe diese seit ihrem Börsenaustritt nicht mehr veröffentliche. - jb

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2.
bvdm warnt: Lohnforderungen der Metaller kein Maßstab für Druckindustrie

Nachdem bereits angekündigt wurde, dass der IG-Metallvorstand eine Empfehlung für eine Lohnerhöhung von 6,5% aussprechen wird, warnt der Bundesverband Druck und Medien e.V. (bvdm), Wiesbaden, ausdrücklich davor, diese Forderung zum Maßstab für die Druckindustrie zu machen.

Die Druckindustrie sei in keiner Weise mit der Metallindustrie zu vergleichen. Die Branche liege in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung deutlich unter dem Niveau von 2000. Auch im Jahr 2006 sei die Umsatzentwicklung mit einem Plus von 2,2% wesentlich schwächer als die des industriellen Durchschnittes, der ein Wachstum von 6,9% verzeichnete. Für 2007 rechnet der Verband nur mit einer schwächeren Umsatzsteigerung von 1 bis maximal 2%. In der Druckindustrie sind in den Jahren 2002 bis 2006 über 1500 Unternehmen mit rund 15.000 Beschäftigten in die Insolvenz gegangen.

"In dieser Situation sind nur sehr moderate Lohnsteigerungen verkraftbar", betonte Thomas Mayer, Hauptgeschäftsführer des bvdm in Wiesbaden. "Unsere Betriebe können die höhere Mehrwertsteuer unmöglich durch höhere Löhne ausgleichen, weil sie selbst mit erheblichen Kostensteigerungen für Material und Energie belastet sind", sagte Mayer. Außerdem sinken die Preise für Druckleistungen Jahr für Jahr, seit 2002 errechnet sich ein durchschnittlicher Preisverfall um 4,5%. Besonders betroffen sind Tiefdruckprodukte mit hohen Auflagen wie Kataloge. Hier stehen die Unternehmen nicht nur in einem starken internationalen Verdrängungswettbewerb, sie müssen sich auch durch niedrige Preise im Wettbewerb mit den neuen Medien behaupten. Diese Entwicklung gefährde weiterhin Arbeitsplätze in der deutschen Druckindustrie.

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3.
Frankreichs Papierindustrie schöpft wieder Hoffnung

Der Preisindex für Papier und Pappeprodukte ist in Frankreich im vergangenen Jahr nach Angaben des nationalen Statistikamtes INSEE im Schnitt um 4,2% nach oben gegangen. Dies ist einer der beiden Hauptgründe, deretwegen sich der Papierindustrieverband Copacel bei der Vorlage seines letzten Jahresberichts in Paris eher wieder optimistisch zeigte. Der zweite Grund ist, dass die Inlandsnachfrage nach Papierprodukten im selben Jahr um 1,2% auf 11 Mio. t angezogen hat, - für den Copacel-Generalbeauftragten Jean-Paul Franiatte der direkte Reflex des wirtschaftlichen Wiederaufschwungs in Frankreich. Gespürt hat diesen allem voran der Wellpappenbereich bzw. der für Wellpappenrohpapiere (plus 12%), gefolgt von dem für Zeitungsdruckpapier, der von einer anhaltend guten Auftragslage im Werbegeschäft profitierte. Letzterer dürfte allerdings schon bald wieder etwas einknicken, weil seit Januar der französische Handel auch im Fernsehen werben darf, und dies das Presseanzeigenvolumen deutlich beeinträchtigen könnte.

"Wir denken, dass 2007 einen echten Wiederaufschwung bei Produktion, Verbrauch und Preisen bringen wird", erklärte der gegenwärtige Copacel-Vorsitzende Philippe Leydier. Zwischen Ende 2000 und Ende 2005 waren die Verkaufspreise für Papierprodukte insgesamt um 17% gesunken. Die wiedererwachte Hoffnung auf Besserung der Ertragslage gründet sich aber in erster Linie auf die seither durchgeführten Maßnahmen zur Produktionsdrosselung. Allein im vergangenen Jahr wurden in Frankreich 14 von insgesamt 197 Papiermaschinen stillgelegt, 1900 von 21.300 Stellen gestrichen und zehn von zusammen 121 Standorten geschlossen. Damit hat sich die Gesamtkapazität um 600.000 Tonnen pro Jahr oder 5% verringert.

Die irisch-niederländische Gruppe Smurfit Kappa schloss allein die vier Werke Uzerche, Bigny, Aubazine und Vernon. Der US-Konzern International Paper gab seinen Standort Maresquel auf, Sonoco eine Fabrik in Marquette, und Stora Enso stoppte zwei Maschinen in Nordfrankreich. Europaweit sind in den letzten beiden Jahren nach Berechnungen des Analysten Goldman Sachs Papierkapazitäten in Höhe von 2,5 Mio. Tonnen pro Jahr abgebaut worden.

Beeinträchtigt wird der neue Optimismus bei Frankreichs Papierherstellern jedoch durch zwei Sorgen. Sie gelten den Energiekosten und der starken Zunahme von Papierimporten. Der Energieanteil an den Herstellkosten liegt inzwischen bei 10%, die Stromtarife sind 2005 und 2006 um 37% gestiegen, und ob die kürzlich abgeschlossene Übereinkunft der französischen Großverbraucher, Exeltium, mit dem staatlichen Energiemonopolisten EDF die diesbezüglichen Sorgen der Papierindustrie mildern kann, scheint mehr als fraglich.

Der Importanstieg betrifft insbesondere die Produktgruppe Druck- und Schreibpapier. Zugenommen haben die Einfuhren vor allem aus Südamerika (plus 15,8%), auch wenn sie angesichts der nach wie vor gegebenen erdrückenden Dominanz der Importe aus der EU zunächst kaum ins Gewicht fallen. Der asiatische Anteil ging um 18,1% zurück, der nordamerikanische um 14,7%, während sich der spanische um 20,4%, der finnische um 11,7% und der gesamte EU-Anteil um 2,8% erhöhte. Aus Deutschland importiert wurden 3,6% weniger als im Vorjahr. China, der neue Netto-Exporteur am Weltmarkt, ist in Frankreich bisher noch nicht in Erscheinung getreten.

Laut Philippe Leydier wird man sich in diesem Jahr auf weitere Standortschließungen oder Kapazitätsverringerungen gefasst machen müssen. Der Copacel-Vorstand schließt aber auch nicht aus, dass andere Hersteller oder im Zweifel dieselben, die Kapazitäten abgebaut haben, die Schaffung von neuen bekannt geben. Wahrscheinlicher seien aber wohl Schließungen und keine Neueröffnungen.

Frankreichs Papierindustrie 2006 in Zahlen:
  • 6 Mrd. Euro Umsatz
  • 96 Unternehmen
  • 111 Standorte
  • 183 Papiermaschinen
  • 10 Mio. t Produktion pro Jahr
  • 11 Mio. t Verbrauch pro Jahr
  • Import von 6,5 Mio. t pro Jahr
  • Importquote von 59% und Exportquote von 55%
  • Export von 5,5 Mio. t pro Jahr

(Quelle: Les Echos/Copacel)

In den kommenden Ausgaben wird die apr über die Entwicklung der Einzelsektoren in der französischen Papierindustrie berichten. - jb


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4.
SCA-Standort Roanne geht an britische Firma LPC

Die britische Leicester Paper Company (LPC) hat vom schwedischen SCA-Konzern deren Produktionsstandort in Roanne (Departement Loire) übernommen. Er ist auf die Herstellung von Haushaltsrollen und Toilettenpapier spezialisiert und sollte eigentlich vor vier Jahren geschlossen werden, bis sich die schwedische Muttergruppe auf Drängen des Staates und regionaler Politiker zum Verkauf entschloss.

SCA hat seine französische Hygienepapierproduktion inzwischen am Standort Theil-sur-Huisne (Departement Orne) konzentriert. Der neue Besitzer des Werkes, die 1980 gegründete und von ihrem indischen Mehrheitsaktionär Amin Tejani geleitete britische Gruppe, hat sich schon vor fünf Jahren in Schweden engagiert und im Juni letzten Jahres nahe des Firmensitzes Leicester eine neue Fabrik zur Produktion von Haushaltsrollen errichtet. Sie beschäftigt 250 Mitarbeiter. LPC kontrolliert ebenso die Firma Kamns Paper Mills in England.

LPC soll für die Fabrik in Roanne 15 Mio. Euro bezahlt haben und will dort bis 2010 weitere 85 Mio. Euro investieren. Vorgesehen ist die Installation einer zweiten Linie, womit die Kapazität von derzeit 30.000 auf 90.000 jato erhöht werden soll. Fabrikleiter John Danton kündigte an, man werde "Endprodukte mit höherer Wertschöpfung wie Papiertischdecken und -servietten" entwickeln, die insbesondere "für unsere südeuropäischen Märkte" bestimmt seien.

Der Standort Roanne hat eine bewegte Besitzergeschichte hinter sich. Vor SCA gehörte er zu France Rayonne, Rhône-Poulenc, danach zur deutschen Firma PWA (über die zur Sept-Gruppe gehörenden Papeteries du Theil). 1995 übernahm SCA PWA und damit auch das Werk Roanne. - jb


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5.
Bayerische Papierindustrie startet Forschungsprojekt im Umweltpakt Bayern

Die Bayerische Papierindustrie untersucht gemeinsam mit der Bayerischen Staatsregierung die maßgeblichen stofflichen und energetischen Verwertungswege für ihre Produktionsrückstände. Mit dem Instrument der Ökoeffizienzanalyse sollen die wichtigsten Alternativen unter ökologischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten bewertet und auf dieser Basis Optimierungsansätze für die künftige Nutzung typischer Produktionsrückstände aufgezeigt werden.

Die Teilnehmer des Auftaktworkshops (v.l.n.r): Dr. Siegfried Kreibe (BIfA), René Peche (BIfA), Dr. Wilhelm Demharter (UPM-Kymmene), Claudia Stein (StMUGV), Prof. Dr. Wolfgang Mauch (FfE), Markus Erlewein (BayPapier), Michael Baitsch (FfE).

Das im Januar 2007 gestartete Projekt ist ein erstes Teilprojekt in der bayerischen Papierindustrie im Rahmen der Vereinbarung im Umweltpakt Bayern. Zentrales Thema ist die Anwendung des Konzepts einer "Integrierten Produktpolitik" (IPP) auf die Papierindustrie. Dieses zielt auf eine Gesamtoptimierung der Papiererzeugung unter Einbeziehung vor- und nachgelagerter Produktions- und Verarbeitungsstufen. In späteren Teilprojekten sollen weitere Stoffströme analysiert werden, beispielsweise Beschaffungswege für Rohstoffe.

Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (StMUGV) ist Auftraggeber und fördert dieses Teilprojekt mit rund 50.000 Euro. Die Bayerischen Papierverbände (BayPapier) leisten einen Beitrag in gleichem Umfang in Form von Projektarbeit und finanzieller Unterstützung. Projektnehmer ist das Bayerische Institut für Angewandte Umweltforschung und -technik (BIfA) in Augsburg. Weitere fachliche Projektbeiträge leisten die Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) und die Papiertechnische Stiftung (PTS), jeweils mit Sitz in München. Das aktuelle Projekt hat eine Laufzeit von sechs Monaten.


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6.
Frank Köther 80 Jahre

Frank Köther, ehemaliger Chefredakteur dieser Zeitschrift, fast drei Jahrzehnte der Papierbranche eng verbunden und in ihr bestens bekannt, feiert am 24. Februar seinen 80. Geburtstag. Der Jubilar vereint aufs Trefflichste die preußischen Tugenden Disziplin und Genauigkeit mit den Charaktereigenschaften Güte, Loyalität und der Fähigkeit, das richtige Maß zu finden. Frank Köther erlebte noch als Heranwachsender den Krieg. Nach Verwundung und sowjetischer Kriegsgefangenschaft entkam er auf abenteuerliche Weise den damaligen Wirren und wendete sich früh dem Journalismus zu. Ab 1947 arbeitete er bei den Hannoverschen Neuesten Nachrichten (später Hannoversche Allgemeine Zeitung) als Volontär. Ein Jahr später wurde er dort Redakteur. Ab 1952 baute er die Pressestelle des Rationalisierungs-Kuratoriums der Deutschen Wirtschaft (RKW) auf. Später leitete er die Pressestelle. Nach dem plötzlichen und frühen Tod des damaligen Chefredakteurs der apr, Dr. Walter Strohmeyer, übernahm Frank Köther 1962 die Chefredaktion der apr. In den folgenden Jahren etablierte er das Blatt mit Umsicht und Bedacht am Fachzeitschriftenmarkt. Mit vertrauensvollen, besten Kontakten zu vielen Entscheidern ausgestattet, wusste er vieles richtig einzuordnen. Auch manche "Graue Eminenz" kannte er sehr gut. Ende der 60er Jahre führte Frank Köther die Berichterstattung über die Vliesstoffbranche in der apr ein, woraus später der Allgemeine Vliesstoffreport (avr) entstand, der heute noch erscheint.

Er schrieb immer weniger als er wusste; und wenn er zu wenig wusste, schrieb er nichts. Sein Vater, der lange Jahre Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands Papier- und Kunststoffverarbeitung (HPV) war, erleichterte ihm den Einstieg in die Arbeit. Frank Köther ist für sein Alter noch recht munter, lebt immer noch in Heusenstamm und reist, soweit es seine Gesundheit erlaubt, mit seiner Gattin Elisabeth immer noch gern. GB


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7.
UPM erwirtschaftet hohen Quartalsgewinn - 2006 mit besserem Ertrag

Das vierte Quartal des finnischen UPM-Konzerns lief im Ertrag deutlich besser aus als das dritte. Die Umsätze lagen mit 2,583 Mrd. Euro (plus 9 Mio. Euro) auf etwa dem gleichen Niveau des dritten Quartals. Der operative Gewinn betrug 247 Mio. Euro (drittes Quartal: Verlust von 58 Mio. Euro). Unter Berücksichtigung der Einmalaufwendungen stieg der Gewinn im Vergleich zum dritten Quartal um 50 Mio. Euro auf 252 Mio. Euro. Der Gesamtumsatz des Jahres 2006 stieg deutlich um 7% auf 10,022 Mrd. Euro. Dabei lieferte UPM 10,988 Mio. t Papier aus (plus 816.000 t). Der Nachsteuergewinn von 195 Mio. Euro bedeutet zwar eine deutliche Verbesserung zum Vorjahr (Verlust von 77 Mio. Euro), ist aber immer noch von den Erwartungen der Börse weit entfernt. Der operative Jahresgewinn betrug 5,3% des Umsatzes bzw. 536 Mio. Euro (i. Vj.: 318 Mio. Euro). Im Schnitt beschäftigte UPM im vergangenen Jahr 31.039 Mitarbeiter (i. Vj.: 32.949). 2371 Mitarbeiter wurden durch die Schließung von Produktionsanlagen oder Rationalisierungsmaßnahmen freigesetzt. 608 Mitarbeiter verlor das Unternehmen infolge des Verkaufs des Werkes Puukeskus. Im Gesamtjahr investierte UPM 631 Mio. Euro (i. Vj.: 705 Mio. Euro). Wesentliche Mittel flossen dabei in die uruguayische Zellstofffabrik von Metsä-Botnia, an der UPM beteiligt ist, aber auch in einen neuen Laugenrückgewinnungsboiler im Zellstoffwerk Kymi. Im Werk Jämsänkoski investierte UPM 45 Mio. Euro, um die dortige Maschine für gestrichene Feinpapiere (PM 4) umzubauen, so dass dort Etikettenpapiere hergestellt werden können.

Die Verzinsung des Arbeitskapitals (ROCE) erhöhte sich im Jahr 2006 leicht von unter 4% auf 4,7%. Diesen Wert betrachtet die Börse als ungenügend. Die Abschreibungen ohne Amortisationen auf aktivierten Goodwill lagen bei 890 Mio. Euro, die Neuinvestitionen bei insgesamt 631 Mio. Euro.

Ergebnisse der einzelnen Divisionen
Bei Magazinpapieren, der umsatzstärksten Division von UPM, fielen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahresquartal leicht (vgl. Tabelle), vor allem wegen des schwächeren US-Dollars und verringerter Preise in Nordamerika. Immerhin gelang es im letzten Quartal, einen operativen Gewinn von 75 Mio. Euro zu erzielen. Bezogen auf das Gesamtjahr erwirtschaftete UPM in der Division allerdings einen Verlust von 56 Mio. Euro. Die ausgelieferte Menge stieg um fast 300.000 t auf 4,761 Mio. t. Im ersten Halbjahr wirkte sich bei Magazinpapieren negativ aus, dass das kanadische Magazinpapierwerk Miramichi drei Monate stand. Ende Juni schloss UPM seine Magazinpapierfabrik im finnischen Voikkaa und übertrug die Produktion auf andere UPM-Werke. Dies führte dort zu einer erhöhten Kapazitätsauslastung. Insgesamt bezeichnet das Unternehmen die Nachfrage nach gestrichenen Magazinpapieren in Europa als flach, während bei ungestrichenen Papieren die Nachfrage um 7% anzog. In Asien sei hingegen ein ungebremst starkes Wachstum nach Magazinpapieren feststellbar. Sowohl in Nordamerika wie auch in Europa bewegten sich die Preise für das Produkt etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

Die Ertragslage in der Division Zeitungsdruck hat sich im letzten Jahr bei einem operativen Gewinn von 148 Mio. Euro fast verdoppelt. Auch die Umsätze stiegen deutlich auf 1,436 Mrd. Euro (i. Vj.: 1,308 Mrd. Euro). Ursächlich hierfür waren höhere Papierpreise sowohl für Standard- wie auch aufgebessertes Zeitungsdruckpapier um ca. 6%. Die ausgelieferte Papiermenge stieg leicht um 85.000 t auf 2,677 Mio. t. Positiv für die Zeitungsdruckpapierwerke wirkte die Tatsache, dass die Nachfrage nach dem Produkt in den meisten Ländern bis auf Nordamerika mehr oder weniger deutlich stieg.

Bei den Fein- und Spezialpapierwerken, der zweitgrößten Division von UPM, stiegen der operative Gewinn leicht und der Umsatz deutlich (vgl. Tabelle). Der Umsatzzuwachs resultiert vor allem aus deutlich gestiegenen Papierauslieferungen von 3,55 Mio. t (plus 490.000 t). Die durchschnittlichen Preise für Fein- und Spezialpapiere sind im Vergleich zum Vorjahr leicht gefallen. UPM gelang es, höhere Energie- und Rohmaterialkosten durch eine höhere Produktionseffizienz aufzufangen. Ende Juni schloss das Unternehmen die Papiermaschine 7 in Kymi. Deren Produktion wurde auf eine andere Maschine in Kymi und auf eine im deutschen Werk Nordland Papier übertragen. Die deutliche Volumensteigerung ergibt sich unter anderem durch den Anlauf einer Papiermaschine in China im Mai 2005. Der operative Gewinn des Gesamtjahres von 108 Mio. Euro hat sich zwar um 33 Mio. Euro erhöht, er ist aber im Verhältnis zum Umsatz immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau.

In der Division Verarbeitung musste UPM einen Umsatz- und Gewinnrückgang hinnehmen (vgl. Tabelle). Beides ergibt sich unter anderem aus dem Verkauf der Division Loparex, die einen jährlichen Umsatz von 340 Mio. Euro erzielte und im August 2005 verkauft wurde. UPM betont, dass die Profitabilität seiner Tochter Raflatac, die vor allem Selbstklebeetiketten herstellt, gut war. Alleine bei dieser Tochter stiegen die Umsätze um 15% auf 987 Mio. Euro. Auch die Verkäufe von RFID-Etiketten beschleunigten sich besonders zum Jahresende. Beim Tochterunternehmen Walki Wisa stiegen die Umsätze um 7% auf 287 Mio. Euro bei einer insgesamt verbesserten Profitabilität. Der höhere Gewinn des Jahres 2005 ergibt sich vor allem aus Sondereinnahmen in diesem Jahr. Würden diese unberücksichtigt bleiben, so wäre der operative Gewinn von 44 Mio. Euro im Jahr 2005 auf 64 Mio. Euro im Jahr 2006 gestiegen.

Einen deutlichen, nicht unerwarteten Gewinnsprung erzielte die Division Holzprodukte. Noch 2005 bewegte sie sich mit dem operativen Gewinn in der Nullzone, im Jahr 2006 verdienten die diesbezüglichen Werke operativ 144 Mio. Euro. Dabei stieg der Umsatz leicht auf 1,321 Mrd. Euro. Bei der Sperrholzherstellung spricht UPM von einer guten Gewinnsituation. Die Nachfrage sowohl nach Birken- wie auch Fichtenrundhölzern sei nach wie vor in allen Märkten stark. Bei Rundhölzern sei außerdem eine Verengung des Angebots zu beobachten, die zu einem Preisruck führe.

Aussichten
Die Nachfrage nach Druckpapieren soll im Jahr 2007 leicht gegenüber dem Vorjahr steigen. In Nordamerika rechnet UPM mit einer anhaltend schwachen Nachfrage. Der Durchschnittspreis für Papier stieg im ersten Quartal leicht gegenüber dem letzten. Bei Holzprodukten rechnet der Vorstand mit einer weiter guten Nachfrage. Insgesamt sollten sich die Gewinne im laufenden Jahr erhöhen.


Umsatz und operativer Gewinn der einzelnen Divisionen von UPM (Mio. Euro)
UmsatzQ4/06Q3/06Q2/06Q1/06Q4/05Q3/05Q2/05Q1/05Q1-Q4/06Q1-Q4/05
Magazinpapiere90586181777192872669774333543094
Zeitungsdruck38036035134537929632031314361308
Fein- und
Spezialpapiere
66762662764062657449553925602234
Verarbeitung32331231632329734334636112741347
Holzprodukte28731037834633130234331413211290
Sonstige Geschäfte162143126140133111136137571517
Interner Umsatz- 141- 117- 131- 105- 120- 109- 84- 129- 494- 442
Umsatz gesamt2583249524842460257422432253227810.0229348

Operativer Gewinn
Magazinpapiere75- 62- 8516- 9935- 4331- 56- 76
Zeitungsdruck395034252027121814877
Fein- und
Spezialpapiere
4450- 13272036- 174610885
Verarbeitung161217198366206470
Holzprodukte14104224- 23- 214171446
Sonstige Geschäfte501- 3753233404067115
Ergebnisanteil
Schwesterfirmen/
Jointventures
9188261415- 19316141
Operativer Gewinn
(Verlust) gesamt
247173- 54170- 58180- 7203536318

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8.
Norske Skog investiert 45 Mio. Euro in Werk Skog Skogn

Der norwegische Norske Skog-Konzern wird in seinem norwegischen Werk Skog Skogn 45 Mio. Euro in Verbesserungen der PM 1, der PM 2 und seiner bestehenden DIP-Anlage investieren. Mit der Investition in die beiden Papiermaschinen soll es in Zukunft möglich sein, den Anteil an Füllern (Calciumcarbonat) deutlich zu erhöhen und den von Frischfasern zu verringern. Außerdem sollen die Maschinen in Zukunft mit einem Altpapieranteil von 10% gefahren werden. In dem Werk Skog Skogn wird auf drei Papiermaschinen Zeitungsdruckpapier hergestellt. Norske Skog betont, dass mit dem Projekt gleichzeitig der jährliche Energieverbrauch um 17% oder 250 GWh gesenkt werde. Die staatseigene norwegische Firma Enova wird sich mit 7 Mio. Euro an dem Projekt beteiligen. Die Firma kann innerhalb der nächsten zehn Jahre 650 Mio. Euro an Unternehmen verteilen, die in Energiesparmaßnahmen oder umweltverträglichere Produkte investieren. Umgesetzt wird diese Subvention durch niedrigere Energiekosten, die Norske Skog eingeräumt werden. Mit den Umbaumaßnahmen soll in diesem Jahr begonnen werden, sie sollen Ende 2009 abgeschlossen sein. Ziel der Investition sei es auch, den Wünschen der europäischen Zeitungsdruckverleger nach einem höheren Altpapieranteil im Zeitungsdruckpapier und nach besserer Bedruckbarkeit desselben entgegenzukommen.

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9.
Deutlicher Umsatzzuwachs und fast 600 Mio. Euro Nachsteuergewinn bei Stora Enso

Der finnische Stora Enso-Konzern konnte im abgelaufenen Jahr 2006 seine Umsätze deutlich um 10,7% auf 14,594 Mrd. Euro steigern. Diese Steigerung war zu zwei Dritteln auf höhere Preise vor allem bei Zeitungsdruckpapier und auf größere Liefermengen zurückzuführen. Ein Drittel der Umsatzerhöhung resultiert aus der Übernahme des deutschen Feinpapiergroßhändlers Schneidersöhne und der Akquisition der Firma Arapoti. Die Umsatzzuwächse verringerten sich durch den Verkauf der Werke Grycksbo, Pankakoski, Celbi und Wolfsheck. Der operative Gewinn des Konzerns stieg ebenfalls sehr deutlich um 400 Mio. Euro auf 757,5 Mio. Euro. Der Ertrag war in allen Geschäftsbereichen höher als im Vorjahr, wobei zu berücksichtigen ist, dass Stora Enso im Jahr 2005 durch einen siebenwöchigen branchenweiten Tarifkonflikt in Finnland einen Schaden in Höhe von 190 Mio. Euro erlitt. Aufgrund langer Stillstandszeiten des kanadischen Werkes Port Hawkesbury entstanden dort Verluste im Höhe von 45 Mio. Euro. Im vierten Quartal nahm das Werk seine Produktion wieder auf. Der Gewinn nach Steuern betrug 589,2 Mio. Euro (i. Vj.: Verlust 107,4 Mio. Euro), dies entspricht einer Rendite von 6,6% auf das eingesetzte Kapital (ROCE).

Das vierte Quartal verlief, was Umsatz und Ertrag anbetrifft, ähnlich wie das dritte. Der operative Gewinn sank im vierten Quartal leicht auf 186 Mio. Euro (minus 4,7%), während die Umsatzerlöse ohne Berücksichtigung der Firmenzukäufe leicht um ca. 40 Mio. Euro auf 3,731 Mrd. Euro stiegen.

Stora weist darauf hin, dass sein Programm "Profit 2007" gute Fortschritte macht. Bis Ende 2006 sei es zu einer Rentabilitätsverbesserung von 310 Mio. Euro gekommen. Das ursprüngliche Ziel einer Verbesserung des jährlichen Vorsteuergewinns um 300 Mio. Euro bis Mitte 2007 orientierte sich am Preis- und Kostenniveau von 2005 und bezog die Implementierungskosten in die Berechnung ein. Von den voraussichtlich 2000 von diesem Programm betroffenen Arbeitsplätzen, die abgebaut werden sollen und zu gleichen Teilen auf gewerbliche Mitarbeiter wie Angestellte fallen, wurden bis Ende 2006 etwa 1600 abgebaut. Etwas mehr als die Hälfte davon entfiel auf die nordischen Länder, der Rest auf andere europäische Standorte. Außerdem hat Stora Enso von 600 bis 700 potenziellen Personalabbaumöglichkeiten 180 umgesetzt. Zum 31. Dezember 2006 beschäftigte Stora Enso 43.887 Mitarbeiter, dies waren 2777 weniger als Ende 2005. Ursächlich für den Personalrückgang waren das Programm Profit 2007, aber auch Veräußerungen und Stilllegungen. Im abgelaufenen Jahr investierte Stora Enso 583,4 Mio. Euro, das waren 54% der planmäßigen Abschreibungen bzw. 4% der Umsatzerlöse. Für 2007 plant der Konzern Investitionen in Anlagevermögen in Höhe von ca. 900 Mio. Euro.

Entwicklung der einzelnen Geschäftsbereiche
Im Geschäftsbereich Presse- und Katalogpapiere lagen die Umsätze bei 4,773 Mrd. Euro (i. Vj.: 4,676 Mrd. Euro), dabei stieg der operative Gewinn um 21,1% auf 251,6 Mio. Euro (vgl. Tabelle). Außerdem erhöhte sich die ausgelieferte Menge um 6,8% auf 6,929 Mio. t. Beides deutet auf einen Preisverfall hin. Insgesamt sei die Rentabilität dieser Division durch marktbedingte Produktionseinschränkungen bei den gestrichenen Zeitschriftenpapieren beeinträchtigt. Die Nachfrage nach Zeitungsdruckpapieren und ungestrichenen Zeitschriftenpapieren habe sich besser als im Vorjahr entwickelt, bei gestrichenen Zeitschriftenpapieren dagegen schlechter.

In den Feinpapier herstellenden Werken stieg der Umsatz deutlich auf 2,956 Mrd. Euro (i. Vj.: 2,69 Mrd. Euro) bei einem fast verdreifachten operativen Gewinn von 166 Mio. Euro. Insgesamt erhöhte sich die Produktion auf das Jahr betrachtet ebenfalls deutlich um mehr als 300.000 t auf 3,839 Mio. t. Der operative Gewinn verdreifachte sich fast auf 166 Mio. Euro (vgl. Tabelle). Im letzten Quartal hat sich die Nachfrage nach Feinpapier in Europa stärker entwickelt, und die Preise für ungestrichene Feinpapiere zogen an, während die für gestrichene unverändert blieben. In China hingegen habe sich der Preisdruck bei einer verringerten Nachfrage verstärkt.

Mit seinem Feinpapiergroßhändler Papyrus setzte Stora im vergangenen Jahr 1,907 Mrd. Euro (i. Vj.: 1,173 Mrd. Euro) um. Die Vorjahreszahl ist nicht vergleichbar, weil damals unter anderem die Firma Schneidersöhne zugekauft und noch nicht in vollem Umfang bilanziert wurde. Der operative Gewinn betrug 32,7 Mio. Euro (i. Vj.: 3,3 Mio. Euro). Positiv fällt auf, dass die Umsätze von Papyrus vor allem im letzten Quartal um 12,9% auf 508,2 Mio. Euro stiegen. Die Integration der akquirierten Unternehmen wie Schneidersöhne verlaufe planmäßig und führe zu nachhaltigen Kosteneinsparungen und einer verbesserten Effizienz.

In der Division Verpackungskarton stiegen die Umsätze deutlich auf 3,532 Mrd. Euro (i. Vj.: 3,19 Mrd. Euro) bei einer um ca. 230.000 t höheren ausgelieferten Menge von 3,85 Mio. t. Die Preissituation liege auf Vorjahresniveau, die Nachfrage ebenfalls.

Trotz verringerter ausgelieferter Mengen von nur noch 6,572 Mio. m3 an Holz, stiegen die Umsätze im Bereich Holzprodukte um fast 100 Mio. Euro auf 1,676 Mrd. Euro. Hierin spiegeln sich höhere Verkaufspreise wider. Die Nachfrage nach Holzprodukten in Europa, Asien, Nordafrika und dem Nahen Osten sei lebhaft, während sie in Nordamerika immer noch schwach sei.

Die Rundholzlieferungen an Zellstoffwerke des Konzerns betrugen im letzten Quartal unverändert 10,3 Mio. m3, allerdings sei es wegen der außergewöhnlich hohen Temperatur und des nassen Wetters zu betriebstechnischen Problemen und damit zu Lieferverzögerungen gekommen. Die generell starke Nachfrage führte zu höheren Holzrohstoffkosten.

Ausblick
In Europa betrachtet der Stora Enso-Vorstand die Nachfrageaussichten für vom Werbeaufkommen abhängigen Papieren als relativ positiv, da aufgrund des Wirtschaftswachstums mit einer Belebung des Verbrauchs zu rechnen sei. Die Nachfrage nach Presse- und Katalogpapieren soll im ersten Quartal 2007 saisonbedingt zurückgehen. Im Markt gestrichener Zeitschriftenpapiere geht der Konzern weiterhin von einem wettbewerbsintensiven Umfeld aus. Die Aussichten für Feinpapiere sieht der Vorstand in Europa als gut an. Bei ungestrichenen Feinpapieren erwartet er Preissteigerungen, bei gestrichenen Feinpapieren sind diese bereits angekündigt. Bei Holzprodukten rechnet Stora Enso trotz eines saisonbedingt schwächeren Bausektors mit einer Stabilisierung der Preise. Im Gesamtjahr 2007 geht der Konzern hauptsächlich aufgrund steigender Holzrohstoffkosten von gestiegenen Betriebskosten in Höhe von 2% bis 2,5% aus.

Stora Enso: Betriebsergebnisse und Umsätze nach Segmenten (Mio. Euro)
BetriebsergebnisseQ1/05Q2/05Q3/05Q4/052005Q1/06Q2/06Q3/06Q4/062006
Presse- und
Katalogpapiere
24,834,771,2- 126,04,767,459,7- 168,280,439,3
Feinpapiere50,9- 10,91,5- 9,232,330,750,1104,443,1228,3
Großhändler2,81,71,0- 9,6- 4,19,62,97,712,933,1
Verpackungskarton73,813,775,3- 80,082,899,565,393,763,7322,2
Holzprodukte- 3,8- 1,9- 1,7- 48,2- 55,65,516,1- 2,619,438,4
Wood Supply3,3- 10,7- 0,1- 7,1- 14,68,92,85,0- 11,75,0
Sonstige- 30,6- 12,4- 32,5- 29,8- 105,3- 50,7- 8,0- 22,038,2- 42,5
Betriebsergebnis gesamt121,214,2114,7- 309,9- 59,8170,9188,918,0246,0623,8

Umsätze
Presse- und
Katalogpapiere
1104,41125,31166,01280,24675,91171,01145,21226,71230,54773,4
Feinpapiere708,7618,3625,4737,92690,3776,3738,9722,8718,32956,3
Großhändler182,1217,4295,2478,51173,2496,3452,6450,1508,21907,2
Verpackungskarton794,5768,2788,7838,83190,2869,0881,8909,0871,73531,5
Holzprodukte366,9433,7398,0389,71588,3377,1437,8418,5443,01676,4
Wood Supply674,7563,2612,4651,62501,9674,8651,3633,9687,22647,2
Sonstige- 686,4- 538,8- 666,5- 740,6- 2632,3- 756,8- 691,3- 722,9- 727,1- 2898,1
Umsätze gesamt3144,93187,33219,23636,113.187,53607,73616,33638,13731,814.593,9

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10.
Bolton Works nimmt als PMT Industries Limited operatives Geschäft wieder auf

PMT Italia S.p.A. teilt mit, dass ihre Tochtergesellschaft, PMT Industries Limited, die Arbeiten an ihrer neuen Niederlassung in Bolton, Kentfield Drive, Großbritannien (früher Produktionsstätte von Sandusky Walmsley) aufgenommen hat.

PMT Industries Ltd. hat den gesamten Anlagenbestand, was die Produktion von Yankee- und MG-Zylindern und Gießereiprodukten im Allgemeinen angeht, von Sandusky Technologies Ltd. erworben. Dies beinhaltet die Gussformen und darüber hinaus auch den Erwerb geistigen Eigentums von Sandusky Technologies wie (aber nicht begrenzt auf) Zeichnungen, Materiallisten sowie weitere technische und kommerzielle Dokumentationen.

Das Personal von PMT Industries setzt sich aus Spezialisten mit hohem Erfahrungsschatz und Know-how aus der langjährigen Tradition dieser Fertigungsstätte in der Herstellung von Yankees zusammen. Für PMT Italia bedeutet der Erwerb eine Marktfestigung ihrer Tissue- und Papiermaschinensparte. Darüber hinaus trägt der neue Standort dazu bei, den Kunden einen verbesserten Service auf globaler Ebene zu bieten. Das Betriebsvermögen und die verbleibenden Anlagen, welche nicht von PMT übernommen wurden, wurden vom Insolvenzverwalter von Bolton UK direkt vor Ort am 13. und 14. Februar 2007 veräußert.

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I.
PERSONALIA

Dr. Hans-Peter Sollinger, Mitglied des Konzernvorstands der Voith AG und Vorsitzender der Geschäftsführung des Konzernbereichs Voith Paper, feierte am 1. Februar 2007 sein 25-jähriges Firmenjubiläum. "Vor 25 Jahren war ich schon als Jungingenieur begeistert von Voith und bin es bis heute", erzählte der Jubilar seinen Gästen im historischen Voith Eisenhof. Sollinger wurde am 9. August 1953 in Arnsberg geboren. Nach dem Abitur studierte er von 1974 bis 1979 Maschinenbau an der Universität Stuttgart. Im Anschluss arbeitete er als Entwicklungsingenieur bei Continental Forest Industries in Augusta (GA), USA, und war danach bis 1982 freier Mitarbeiter bei der Feldmühle in Düsseldorf. Während dieser Zeit promovierte er auf dem Fachgebiet des mechanischen Holzaufschlussverfahrens für Papierfasern. Der Werdegang von Dr. Hans-Peter Sollinger bei Voith begann 1982 als Projektierungsingenieur für Streichmaschinen. 1985 wurde er Abteilungsleiter im Bereich Entwicklung und Konstruktion von Streichmaschinen. Von 1989 bis 1994 war er Bereichsleiter Papiermaschinen für Projektierung und Konstruktion. Im Oktober 1994 wurde er in die Geschäftsführung der Voith Sulzer Papiertechnik GmbH berufen, verantwortlich für den weltweiten Geschäftsbereich "Papiermaschinen Grafisch" und übernahm 1995 zusätzlich den Vorsitz der Geschäftsführung der Voith Sulzer Papiermaschinen GmbH in Heidenheim. Im Jahr 2000 wurde Dr. Hans-Peter Sollinger in den Vorstand der J.M. Voith AG (später: Voith AG) berufen und ist seit 2005 Vorsitzender der Geschäftsführung des Konzernbereichs Voith Paper.


(V.l.n.r.) Dr. Hans-Peter Sollinger, Ehefrau Brigitte Sollinger, Dr. Michael Rogowski (Vorsitzender des Aufsichtsrats und des Gesellschafterausschusses des Hauses Voith), Dr. Hermut Kormann (Vorsitzender des Konzernvorstands der Voith AG).



Stefan Wiedenhoefer

Stefan Wiedenhoefer ist neuer Geschäftsführer der chinesischen Kemira-Niederlassung Kemira Chemicals, Schanghai. Er wird weiterhin Leiter des regionalen Verkaufs für Papierchemikalien in Asien bleiben. Neuer weltweiter Leiter von Verkauf und Marketing für Zellstoffchemikalien ist seit 18. Dezember 2006 Nichlas Kavander. Er arbeitet von Helsinki aus. Ebenfalls von dort aus ist Kari Savolainen tätig. Er ist der neue Vizepräsident für Kommunikation bei Kemira Pulp & Paper.


Nichlas Kavander

Kari Savolainen


Dr. Michael Kühl (40) wurde vom europäischen Altpapierverband Erpa (European Recovered Paper Association) zum neuen Präsidenten gewählt. Kühl ist geschäftsführender Gesellschafter der Kühl-Unternehmensgruppe mit Hauptsitz im bayerischen Diedorf.


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II.
KURZ NOTIERT

Deutschland
Die Bernardus Reuling Holding GmbH hat von der Firma Gratenau & Hesselbacher, Hamburg, deren Geschäftsanteil an der Reuling Papierverarbeitungs-GmbH, Emmerich, in Höhe von 24,95% gekauft. Die Reuling Papierverarbeitung erzielte im Jahr 2005 mit 20 Mitarbeitern einen Umsatz von ca. 20 Mio. Euro und beschäftigt sich mit der Lohnveredelung und dem Ausrüsten von Rollenpapieren in DIN A3- und DIN A4-Papiere. Die Jahreskapazität der Formatschneider liegt bei 80.000 t. Außerdem hat die Reuling Papierverarbeitungs-GmbH die Papimex GmbH & Co KG, Emmerich, zu 100% übernommen. Papimex vertreibt mit fünf Mitarbeitern Büropapiere aller Art. Die Reuling Papierverarbeitungs-GmbH ist dadurch zu 100% im Besitz der Familie Reuling. Über den Kaufpreis der Anteile wurde Stillschweigen vereinbart.

Die Gewerkschaft IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) fordert für die in der Papiererzeugung Beschäftigten in den Tarifgebieten Rheinland-Pfalz und Hessen höhere Löhne in einer Größenordnung von 5,5% bis 6%. Auf Arbeitgeberseite war bereits zu hören, dass diese Forderungen weit überhöht seien.

Auf der diesjährigen Messe Paperworld mussten die Aussteller einen Besucherrückgang um ca. 2200 auf 62.000 hinnehmen. Der Anteil ausländischer Gäste lag in diesem Jahr mit 56% (plus 3%) etwas höher. Die Messe zitiert in ihrem Abschlussbericht Edmund Rück, Manager Marketingkommunikation beim finnischen M-real-Konzern, mit den Worten: "Die Messe dient als Meetingpoint und wird dieser Aufgabe vollkommen gerecht. Es ist wichtig, hier zu sein, denn es haben sich auch in diesem Jahr wieder einzelne neue Geschäfte ergeben."

Schweiz
Die Firma Albany International hat ihr neues Europa-Hauptquartier im Schweizer Neuhausen am Rheinfall aufgeschlagen. Dadurch sollen 60 Arbeitsplätze entstehen. Albany produziert unter anderem Siebe für die Papierindustrie und beschäftigt weltweit 5800 Mitarbeiter. Der Umsatz im Jahr 2005 lag bei 978,7 Mio. US-$.


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III.
IMPRESSUM

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